Essen & Trinken

Rudolf’s Weinbar in Charlottenburg

Rudolf’s Weinbar in Charlottenburg

Noch eine Weinbar. Mit einem Ochsen­maulsalat wie im Herz&Niere. Mit deutsch-alpinen Tapas (3 bis 5 Euro), wie man sie – zwei, drei Nummern raffinierter – aus der Cordobar kennt. Daneben Klassiker wie in den Kurpfalz-Weinstuben. Das Schäufele mit handgeschabten Spätzle macht auch in der halben Portion (6,90 Euro) herzhaft satt. Die an sich gute, weil nicht zu süße Gebrannte Creme (5,90 Euro) war schlicht zu mächtig, pointiert aber das Dilemma von Karte und Küche: Was will Rudolf’s Weinbar nun sein? Rustikale Weinwirtschaft oder elegante Bar? Und wieso passt das Interieur mit dem grellgrün leuchtenden Tresen und dem Flokati vor der Toilette so gar nicht in die Bilderwelt, die man mit der neu entdeckten Begeisterung für (handwerk­liche) Weine gemeinhin verbindet?
Dass man das Lokal am Savignyplatz dennoch empfehlen mag, liegt an den Weinen. Und deren fairer Kalkulation. Der Leiwener Riesling von Josef Rosch etwa (0,1 Liter, 2,90 Euro) führt – knackig, aber saftig – hinauf in die Mosel­hänge. Der schmelzige, schlanke Silvaner von Bickel-Stumpf (2,90 Euro) macht Lust auf eine unterschätzte Rebsorte. Während der Service Probierschlucke reicht, Schwellen­ängste nimmt und kompetent, aber verständ­lich (und verständnis­voll) vom Wein erzählt. Gute Einstiegsdroge für wissensdurstige Wein­novizen.   

Text: Clemens Niedenthal

Foto: Rudolfs Weinbar

Rudolf’s Weinbar
Knesebeckstraße 16, Charlottenburg, ?Tel. 50 96 88 44, Di–Sa 17–1 Uhr ?(Küche bis 23 Uhr), www.rudolfs-weinbar.de

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