Essen & Trinken

Saftige Tacos im Tin Tan

Tin Tan

Der Mexikaner war mal die coolste Type im Kiez. Damals, als Quentin Tarantino den nordamerikanischen Süden als überhitzte Sehnsuchtslandschaft inszenierte und Bier plötzlich Corona hieß. Dann kam das Kino und reduzierte mexikanisches Street Food auf überwürzte Maismehlfladen in Analogkäse zum zuckrigen Dip. Tortillas? Sind das nicht die klebrigen Dinger aus dem Multiplex?
So gesehen ist das Tin Tan der Rächer des mexikanischen Street Food. Aber dieser Rächer meint es mild. Spätestens, wenn das in Milch eingelegte Rindfleisch des Taco Suadero (7 Euro) zärter daherkommt als jedes Ragout. Den Taco Alambres probierten wir mit mit Zwiebeln, Pilzen und – Kaktus (7,30 Euro). Die Tortillas sind frisch zubereitet und selbstredend nicht vorgerollt. Die (in Einweckgläsern gereichten) Dips und die hausgemachte Guacamole verzichten auf Zusatzstoffe und jede effektheischende Schärfe, ohne aber für hießige Mainstream-Münder rundgelutscht zu sein. Im Tin Tan also schmeckt es tatsächlich mexikanisch. Auch der Mezcal (eine Tequila-Spielart aus Wildagarven) kommt von lokalen, unabhängigen Brennereien.    

Text: CN

tip-Bewertung: empfehlenswert

Tin Tan, Chausseestraße 124, Mitte, Mo–So 11.00–23.00, Tel. 28 09 62 23

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