Essen & Trinken

Sammelleidenschaft

Der Schöneberger Kiez rund um die Grunewaldstraße, in der seit geraumer Zeit das Restaurant Jäger und Sammler beheimatet ist, lohnt einen Besuch schon allein wegen der bunten Vielfalt an Läden, die aus der Durchfahrtsstraße fast so etwas wie eine Schlendermeile machen. Möbelklassiker findet man hier und allerlei feine Stücke aus Holz und Leder, handgearbeiteten Silberschmuck und diverse Shops für Leute, die gerne selber kreativ sind: ein gutes Bilder­rahmengeschäft, einen Bastelladen und den Ferdinand Braune Künstlerbedarf. Das mag an der Universität der Künste liegen, die ganz in der Nähe eine Dependance hat, oder auch an den Kiezbewohnern, die aus aller Herren Länder stammen. Das Jäger und Sammler ist so etwas wie eine Basis für Leute mit Geschmack – und das im weitesten Sinne. Wir hatten Glück, dass wir bereits gegen 19 Uhr dort waren, denn etwas später wären alle Plätze besetzt gewesen – eine Reservierung ist also anzuraten.

Der Gast sitzt an wuchtigen Holztischen, die für zwei oder für sechs Personen gedeckt sind, alte Silber­leuchter sorgen für Stimmung. Abgesehen von einem prall gefüllten Regal, in dem unzählige Kochbücher auf Leser warten, gibt es keine Dekoration im Gastraum, was auch mal ganz schön und auf jeden Fall besser ist als irgendwelche Pseudokunst an den Wänden. Die Speisen wechseln täglich, über die Leib­gerichte des Tages gibt die Internetseite (www.jaegerundsammler-berlin.de) Auskunft. Die Preise sind freundlich kalkuliert, die Speisen allesamt frisch zubereitet: Sehr schön etwa war der herb-bittere Radicchiosalat mit geschmortem Chicorйe, süßen Feigen und Orangen, zu dem es gebratene Entenleber gab, wunderbar rosig im Kern, perfekt.

Jäger und Sammler Grunewaldstraße 81, Schöneberg, Tel.: 70 09 40 84

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