Essen & Trinken

Schmutzfinken

Köche gibt es, die werden von Menschen und Medien so in den Himmel ­gehoben, dass sie zuweilen in Gefahr geraten, die Bodenhaftung zu verlieren. Jamie­ Oliver, der Tausendsassa aus Großbritannien, gehört dazu. Man kann ihm das nicht einmal vorwerfen, denn am Anfang war er ein fröhlicher, junger Koch mit besonderen Talenten, der es verstand, Küche und Kochen telegen aufzupolieren und mit frischem Wind aus der langweiligen Hausfrauenecke direkt ins Fernsehprogramm zu blasen.

Man hat den Eindruck, dass die TV-Sender rund um den Erdball bis heute vom „Naked Chef“ und allen weiteren Oliver-Shows zehren, jedenfalls kann ich mich an keinen Tag in den vergangenen Jahren erinnern, an dem nicht irgendwo im TV eine Kochshow lief. Es geht aber auch andersherum, dass Stars aus dem Fernsehen ihre Er­füllung beim Kochen finden. Na ja, vielleicht nicht eigenhändig und hinter dem Herd, aber symbolisch sozusagen. Zum Beispiel Eva Longoria, die Gabrielle aus der US-Serie „Desperate Housewives“, in der sie auch so etwas wie einen „Naked Chef“ verkörperte.

Jedenfalls hatte die Schauspielerin Ende 2012 in Las Vegas ein Frauen-Steakhaus eröffnet, dessen Spezialität bestand darin, dass es einen Laufsteg und kleinere Portionen für die weiblichen Gäste anbot. Aus und vorbei: Die Gesundheitsbehörde hat das Lokal Anfang Mai geschlossen. In 21 Fällen wurde gegen Vorschriften zur Kühlung der Lebensmittel verstoßen. Und hier treffen sich die Schicksale der Schauspielerin und des Kochs, denn auch bei Jamie Oliver hat die Gesundheitsbehörde zugeschlagen. In der von ihm betriebenen Nobel-Metzgerei in London wurden „erhebliche Hygienemängel“ festgestellt. Immerhin setzt ­Jamie Oliver alles daran, schnell seinen Ruf und die Metzgerei zu retten.

 

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