Essen & Trinken

„Schnell was auf die Hand“ von Clemens Niedenthal

Laufen und essen. Darum geht es. Also, nicht to go. Kein Falafel auf die Hand und kein Street Food aus dem Truck. Nichts, was im Gehen genossen wird. Wenn man es denn nicht vorher auf Jacke, Hose, ja, bestenfalls dem Gehweg verteilt hat. Ich meine: to run, also die Nahrungs­aufnahme während eines sehr, sehr langen Laufs. Und es gibt tatsächlich Laufveranstaltungen, über deren kulinarische Vielfalt sich Gastro-Kritiken schreiben ließen. Der 50 Meilen lange Hammer Trail auf der Insel Bornholm mit seinen fabelhaften Kasseler-Brötchen etwa – der Veranstalter züchtet im Hauptberuf Duroc-Schweine. Oder die Zimtschnecken beim Tromsш Skyrace über 4?300 elend steile Höhenmeter, die die weltbeste Bergläuferin Emelie Forsberg für jeden Teilnehmer backt. Beim Trail des Templiers gab es eine französische Käseauswahl, die man sich auch im Lorenz-Adlon-Esszimmer an den Tisch bringen lassen würde. Und beim Transviamala Run durch die gleichnamige Bergschlucht bin ich drauf gekommen, dass mir bei langen Läufen luftgetrocknetes Bündner-Fleisch guttut. Aus diesen wie jenen Gründen. Klar, man kann sich Läufer­nahrung auch im Sport­geschäft kaufen, als Riegel, als Pulver, als Gel. Aber bei Kilo­meter 35 ein Weißbier und ein Stück Kuchen im Schmetterlings­horst am Köpenicker Dahme­ufer, das klingt doch nach dem ganzheitlicheren Vergnügen.

Mehr über Cookies erfahren