Essen & Trinken

Schnösel-Alarm

Luxusauto_Christoph EhlebenMan hat ja so seine Ahnungen – die nicht immer zutreffen müssen. Aber wenn, dann tut es richtig weh. So passiert im Eiffel am oberen Ku’damm. Da sollen, so das Gerücht, eh nur Schnösel verkehren. Egal. Es ist der erste richtige sonnige Tag, und es soll outdoor gegessen werden. Der Service läuft etwas ziellos herum – besagte Ahnung wird mehr und mehr spürbar. Erst einmal müssen wir warten – und warten … Dann endlich kann bestellt werden, und der Kellner macht einen professionellen Eindruck. Wie man den Spargel denn möchte, weich oder al dente, fragt er, und wiederholt die notierte Bestellung.

Die Ahnung weicht sanft in den Hintergrund. Vorschnell! Denn es kommt nicht das Bestellte: Kalbsfilet ohne Kartoffeln, dafür mit mehr Spargel. Es kommt das panierte Kalbsschnitzel mit Kartoffeln und Spargel. Das geht nicht. Mittlerweile hat die Begleitung ihr Essen, das sie dann auch genießt, alleine. Es kommt wieder das panierte Schnitzel mit Spargel, ohne Kartoffeln. Das geht auch wieder nicht. Mittlerweile unterhält sich der Kellner mit einer Gruppe junger Männer, die ständig in teure Autos steigen und ansonsten rauchend die Zwischenzeit mit Kaffeetrinken verbringen. Die ständig das Falsche bringende Kellnerin, unschuldig, versucht ihr Bestes und bringt einen Wein zur Versöhnung. Dann kommen ein paar Spargelstangen, ein kleines Kalbsfilet – und Kartoffeln, das Ganze für 26 Euro. Man gibt auf. Will zahlen, der zuständige Kellner will nicht. Er steht bei den Kaffee trinkenden Nobel-Beifahrern. Man hat keine Ahnung, was die da verhandeln, aber eine davon, was man sich nie wieder antun wird.

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