Essen & Trinken

„Schöner kochen“ von Clemens Niedenthal

Und sehr wenig für die Dinge, die wir dann darin zubereiten. Das Masttierhaltungsschweinenackensteak auf dem touchscreen-, noch besser bluetoothgesteuerten Induktionskochfeld mit selbsttätig agierender Sensorikdunstabzugshaube: Essen hat billig zu sein. Statussymbole eben nicht. Weswegen Einrichtungsmagazine die renommierten Küchenhersteller gerne mit Automarken vergleichen. Poggenpohl ist der Mercedes unter den Küchen. Bulthaup soll der Volvo sein. Aha. Soso. Vielleicht soll uns das aber auch nur sagen, dass eine Poggenpohlküche eben in etwa so viel kostet wie eine schwäbische Kombilimousine. Ich fahre eine tschechische Kombilimousine. Eine nicht mehr ganz neue, zudem. Und ich bin auch noch überall hingekommen. Ins Kadeau in den Bornholmer Dünen beispielsweise. Fine Dining auf die nordische Art. Oder zu den Freilandrindern eines Bündner Benediktinerklosters. 2.100 Meter über dem Meer. Was das mit guten Küchen zu tun hat? Wie ein Auto bleibt auch die Küche in erster Linie ein Gefährt, das uns zu einem (in diesem Fall kulinarischen) Erlebnis transportieren sollte. Die Feier des lustvollen Kochens aber, mit guten, fairen Zutaten, braucht nicht immer einen Mercedes, die macht auch im Fiat Panda Spaß.

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