Essen & Trinken

Schönheitsfehler

Gemütszustand: ziemlich ange­säuert. Und das bei dieser Adresse nicht zum ersten Mal. Aber Keeper und Besitzer Stefan Weber von der Victoria Bar hat mit seiner Souveränität und Professionalität alle vorherigen Nickligkeiten ausge­bügelt.

Victoria-Bar__Susan-SchiedlofskyDer letzte Besuch jedoch war wieder ein Argument, diese Adresse in der gastronomisch kapriziösen Potsdamer Straße nicht mehr zu besuchen. Zum Punkt: Nachbarn hatten erzählt, dass es sehr nett sei, vor der Bar einen Sundowner zu trinken. Ab 19 Uhr ist an diesem Tag dann auch geöffnet. Ein paar Zocker vom Wettbüro nebenan trinken ihre Flasche Bier. Man selbst setzt sich in die leicht kaputten Stühle, das ist aber nur ein Schönheitsfehler, sonst passt alles. Die Bestellung läuft auf einen Wodka Fizz hinaus, bei der Hitze genau das Richtige.

Der Drink schmeckt hervorragend sprit­zig säuerlich, das Mineralwasser dazu ist auch eine zuvorkommende Geste, die Erdnüsse sind auch schnell verputzt. Ein zweiter Fizz, so die Bestellung. Doch was dann kommt ist anders, richtig lasch, schmeckt eben nicht so gut wie der erste. Erdnüsse rücken auch wieder an, aber das Gläschen Wasser fehlt. Na ja! Der Drink blieb zur Hälfte stehen. Bei der Begleichung der Rechnung gibt es die Kritik dazu, man ist ja nicht feige. „Was soll ich jetzt machen?“, so die Frage des Kellners. Tja, was macht ein Kellner wohl in so einem Fall? Einen Drink nicht berechnen? Vielleicht einen Drink spendieren? Auf jeden fall doch einen Kompromiss finden, oder?

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