Japanisch

Shiori in Mitte

Das Shiori feiert die Kunst der Konzentration

Shiori
Foto: Sasha Kharchenko

Um 19.25 Uhr solle man bitte spätestens erscheinen, pünktlich um 19.30 Uhr komme der erste Gang. So steht es in der Reservierungsbestätigung des Shiori, einem neuen Japaner, der erst Mitte Juni in der Max-Beer-Straße aufgemacht hat. Ausnahmen: keine.

Um 19.25 Uhr sind dann tatsächlich alle da – wobei auch nur zehn Leute an dem langen Tresen Platz finden. Eben ganz so wie in Japan, wo es viele Restaurants dieser Größe gibt. Man kann dem Koch auf die Finger schauen, wie er das Tempura in Fett ausbäckt, die Makrele abflämmt, das Tataki kurzbrät und immer wieder kleine Schälchen über den Tresen reicht. Was man nicht kann, ist auswählen. Es gibt nur ein Menü, das monatlich wechselt. „Omakase“ heißt es in Japan, wenn der Koch dem Gast die Wahl abnimmt.

Was dann folgt sollte Liebhaber schönen Geschirrs und ästhetischer Anrichte begeistern – zauberhaft, wie Shiori Arai die Teller arrangiert. Und geschmacklich ist das nicht weniger interessant. Nicht nur, weil hier sehr gute Zutaten wie der frisch geriebene Wasabi auf den Teller kommen, sondern weil Arai, der vorher in Düsseldorf gearbeitet hat, die japanischen Gerichte kreativ mit heimischen Zutaten kombiniert. Bronzefenchel und Kapuzinerkresse werden zum Sashimi gereicht, ein Tempura mit Seeigelfüllung in einer Zucchiniblüte gebacken. Der Sake dagegen ist direkt importiert. Das Menü kostet 60 Euro. Nicht wenig, aber dafür bekommt man hier ein wirklich schönes und bei allem Grad der Inszenierung auch angenehm unaufgeregtes Erlebnis geboten.

Shiori Max-Beer-Str. 13, Mitte, Tel. 24 33 77 66, Mo–Sa 19.30 Uhr, www.shioriberlin.com

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