Essen & Trinken

„Small Mac“ von Clemens Niedenthal

1,09 Dollar Rendite. Das reicht  nicht mal für einen Hamburger. Nun ist nicht davon auszugehen, dass unter ­McDonald’s-Kunden viele McDonald’s-Aktionäre zu finden sind. Der Appetit aber scheint beiden vergangen. Um 30 Prozent ist der Gewinn auf dem Heimatmarkt eingebrochen. In Deutschland sei der Umsatz 2014 „im mittleren einstelligen Prozentbereich“ gesunken.  Was ein McCafй bei München ganz plastisch erfahren hat: ?Als neben­an eine italienische Espresso­bar eröffnet, zieht es die Kunden scharenweise ins weniger abwaschbare Ambiente. Tatsache ist: Unsere Erwartungen an einen Restau­rantbesuch haben sich gewandelt. Essen ist Lebensstil, ob man daran nun im Studio Tim Raue partizipiert oder bei einer Koch-Show auf Vox (wo man ja auch Tim Raue begegnen kann). Tatsache ist auch, dass der Burger boomt. Der Schiller­burger, der Burgermeister, Tommi’s Burger Joint – nur nicht das Big-Mac-Menü. Wer indes hofft, dass all das zu besserem Essen führen könnte, zu einer kollektiven Nahrungs­bewusst­seins­­erweiterung, dem sei ge­sagt: Vermutlich macht McDonald’s bald nach, was in den USA bereits Starbucks gelungen ist. Die Kaffee­kette hatte einfach die Vintage-Ästhetik hipper Kiez­cafйs imitiert – und ansonsten alles beim Alten be­lassen. Gut möglich also, dass ?es bald McDonald’s-Filialen mit grob beplankten Holztischen geben wird, mit Blechhockern und Kreidetafeln. Und, na klar, mit schlechten Burgern.

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