Essen & Trinken

Sommer in Berlin heißt Grillen im Freien

fertige_spie__eDenn es geht um eine Aktion zur Marktkeinführung von Marinaden, Sanjeeb‘s Marinaden. Die werden bei einem gemeinsamen Grillabend an speziellen Orten frisch zubereitet, gewürfeltes Lammfilet wird auf Spieße gesteckt, mariniert, gegrillt und von einer unbekannten Truppe verspeist. Alles wie ein ganz normaler Grillabend, aber an einem besonderen Ort, „das ist uns wichtig, dass dieses Event etwas Besonderes ist und darüber geredet wird“, so Fritz Loschütz. Deshalb sollen es auch immer unterschiedliche und neue Leute sein, die sich treffen. Und so denkt das Team um Firmenchef Sanjeeb Mohanty über den Spreepark als Location für den nächsten Grillabend im August nach. Kommuniziert wird Zeitpunkt und Ort über das soziale Netzwerk Facebook.

Den Machern des Beach 61 geht es mittlerweile ähnlich, was fremde Menschen betrifft. Auch bei ihnen tauchen auf dem Gelände unbekannte Menschen auf, die sich am Grill anstellen, um einen Beachburger oder ein Würstchen zu ergattern. Seit der Park Gleisdreieck existiert, werden es immer mehr. „Wir grillen täglich, aber für die Beachvolleyballspieler und nicht für die Parkbesucher.“ Annika Weickenmeier ist nicht unbedingt glücklich über diese Entwicklung. „Wir werden demnächst einen Kiosk außerhalb des Geländes errichten, aber hier auf dem Gelände geht es um Beachvolleyball, und die Spieler haben keine Lust, ewig in einer Schlange von Parkbesuchern zu stehen, um eben ihren Halloumi-Burger oder Maiskolben zu kommen.“ Man sollte also erst den Ball übers Netz pritschen, um später mit gutem Gewissen am Grill zu stehen.

District_Mot_by_John_Le__nDer Hunger nach Gegrilltem ist in Berlin scheinbar unersättlich. „Du müsstest eigentlich schon die Rauchwolken hinterm Alex sehen“, Si An Truong lacht. Er und sein Team bieten im District Mфt (Foto rechts) eine Art Tisch-BBQ an. Das wird in Vietnam gerne am Wochenende im großen Familien- und Freundeskreis zelebriert. „Vielleicht kann man es mit dem Fondue in Deutschland vergleichen? Man sitzt zusammen, nimmt sich Zeit, bereitet etwas gemeinsam zu, redet und feiert eine kleine Party.“ Auf einem runden Tischgrill werden unterschiedliche Fleischsorten wie z.B. marinierte Hähnchenspieße, speziell eingelegte Rippchen oder Gemüse wie Maiskolben und Zucchini aufgelegt. Dazu gibt es verschiedene Kräuter, Schälchen mit Nüssen, eingelegten Lotusstengeln, eine spezielle Sauce, Nudeln …

„Wir grillen immer mal wieder, ganz spontan, mal schon zu Mittag, mal am Wochenende.“ Chefin Isabella Recke vom Fluxbau kann nur bestätigen, das die Lust nach Gegrilltem groß ist. Bei der „Grillerei“, wie die Fluxbau-Leute es bezeichnen, kommen Entrecote, Dorade, Schweinesteak, aber auch Gemüse und Kartoffeln auf das Gitter über der Gasflamme. „Von ganz simpel bis anspruchsvoll“, erklärt Isabella Recke die Auswahl. Und im Fluxbau sei jeder willkommen, neben den Stammgästen der Kulturszene, vielleicht durch die Nähe zu Radio Flux Fm begründet, genießen auch Touristen den „Ort mit Charakter“, sprich die Spreeterrasse mit Blick auf Oberbaumbrücke auf der einen und Fernsehturm auf der anderen Seite.

drei-schwestern-grillenAuch im 3 Schwestern wird der Grill nach Lust und Laune angeworfen. Zu Feiertagen, zu Veranstaltungen oder auch mal einfach so. Damit niemand die Gelegenheit verpasst, werden die Termine auf der Webseite angekündigt. Anmelden muss sich aber keiner, einfach im Res­taurantgarten hinterm Betha­nien vorbeikommen. Küchenchef Patrick Becker (Foto links) packt zu diesen Anlässen gerne ein: Da wird etwa Makrele oder Dorade mit Vanillebutter, grünem Spargel und Paprika in Alufolie gehüllt und im eigenen Saft auf dem Grill gegart. Als fleischfreie Variante landet zum Beispiel Schafskäse mit Ratatouille und Oliven, ebenfalls im Alu-Päckchen, auf dem Rost, oder Gemüsespieße mit Zucchini, Paprika, Halloumi und gefüllten Datteln mit Zitrone. Eine Spezialität der Küche sind außer­dem die Wildschweinwürstchen.

„Die mache ich selbst, aus Wildschweinfleisch und Schweine­netz“, erklärt der Koch. Wer nicht auf einen speziellen Termin warten will, kann es sich in Friedrichshagen im Gestrandet am Müggelsee bequem machen. Hier wird in der höl­zernen Strandbude täglich gebrutzelt. Neben Klassikern wie Würstchen oder Steak im Brötchen gibt es auch einige Specials, wie etwa den Maiskolben mit Honig-Barbecue-Sauce oder eine Heidelbeer-Barbecue-Sauce zum Fleisch. „Die Leute haben normalerweise Zeit, wenn sie hierherkommen, daher haben wir keinen ständigen Durchlauf am Grill, sondern bereiten alles nach Bedarf frisch zu“, erklärt Renй Brinkmann, Betreiber der Grillstation. Das Ende der Wartezeit wird dann lautstark angekündigt. Ein Mitarbeiter betätigt eine Tröte, und der Gast weiß Bescheid, dass es Zeit ist, sich aus dem Liegestuhl zu erheben und zur Theke zu kommen. Gegrillt wird also tatsächlich überall in der Stadt: Im Garten, auf Terrassen, am Spielfeldrand, auf dem Tisch und am Strand. Wer dabei sein will, muss aber manchmal die Augen für Ankündigungen offenhalten. Oder Mitspielen.

Text: Lene Bayerlein

Fotos: John Leуn (Mitte), Lene Bayerlein (unten) ,Sanjeeb’s Marinaden

Beach 61 im westlichen Teil des Parks am Gleisdreieck, Kreuzberg, Platzreservierung unter Tel. 0177-23 22 461,
www.beach61.de, Mo-Fr 14-22 Uhr, Sa+So 10-22 Uhr

District Mфt Rosenthaler Straße 62, Mitte Tel. 20 08 92 84, www.districtmot.com, So-Do 12-24 Uhr, Fr-Sa 12-2 Uhr

Fluxbau Pfuelstraße 5, Kreuzberg, Tel. 0157-73 30 98 66, Mo-Fr 12-15 Uhr, Do+Fr ab 18 Uhr, die „Große Grillerei“ wird auf der Homepage www.fluxfm.de/fluxbau oder auf Facebook angekündigt

Sanjeeb‘s Marinaden Ort undTermin findet man auf www.sanjeebs.com

3 Schwestern tgl. ab 11 Uhr, nächster Grilltermin: 11. August, 13-21 Uhr

Gestrandet am Müggelsee Müggelpark, Anlegestelle der Stern und Kreis-Schifffahrt, Köpenick, Tel. 0175-335 09 64, www.gestrandet-in-berlin.de, tgl. ab 10 Uhr (bei schönem Wetter)

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