Essen & Trinken

Spielplatz

spielenDie Hitze macht alle ein wenig dünnhäutig, das vorab als versöhnliche Geste. Zurzeit sind Familien einfach anstrengend, wenn der arbeitende Mensch mal einen Espresso oder einen Eiskaffee zu sich nimmt, um danach wieder in das tropische Klima des Büros zu verschwinden. Das geht nur mit Nerven aus Stahl. So haben dann aufgedrehte Kinder im Alter von drei Jahren eine unbändige Freude, bei Albrecht’s am Winterfeldtplatz die paar wenigen Stufen hinauf und hinunter zu hüpfen. Obwohl es mit der Koordination der Beine noch nicht ganz klappt. Was der sorgenvolle Gast schon die ganze Zeit über erwartet hat: Einer fällt prompt auf die Nase. Diese Hüpfaktionen finden mit Getöse statt. Denn die oberste Stufe hat eine locker sitzende Abdeckung, die ein Aufstampfen zum lauten Knall führt. Für zwei der älteren Jungs sind irgendwann das Eis oder die Cola attraktiver als die Treppenstufen. Frisch gestärkt geht es danach weiter. Die Eltern – resigniert, aber gleichzeitig kampfbereit – blicken nur scharf in die Ecke der Kinderlosen. Es ist verboten, den Kindern das Spielen zu verderben – so das Signal. Warum Erziehungsberechtigte ein schreiendes Kind einfach ins Auto verbannen und in den Kindersitz schnallen dürfen? Eltern neigen zu absurdem Verhalten, das wissen wir aus unserer Kindheit. Aber muss man in familienfreundlichen Bezirken den Spielplatz ins Cafй verlegen? Dann lieber zum Kaffeetrinken ins Berio oder Impala. Da trinken vorwiegend Schwule, und die haben noch nicht so viele Kinder.


Foto
: Rolf van Melis (www.pixelio.de)

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