Essen & Trinken

Stammlokale

tropezStammrestaurants! Ein heikles Thema! Dürfen Food-Journalisten und Restaurantkritiker sich überhaupt die Blöße geben und ihre ständigen Anlaufstellen preis­geben? Reden wir einfach von Res­taurants, die es immer wieder schaffen, einen an ihre Tische zu locken. Das hat leider mit großer Kochkunst und Aufsehen erregenden Experimenten wenig zu tun. Es liegt meist an einer Person an der Front: dem Wirt, dem Koch, der Kellnerin, an denjenigen, die einen ehrlich herzlich empfangen.

Das Essen muss schmecken, solide sein, saisonal getaktet, und eventuell ist da mal etwas Neues, aber da muss der Stammgast dann probieren und – sein Urteil zählt! Es ist so etwas wie bei guten Bekannten und Freunden, manchmal muss man selbst besonders verwöhnt werden, weil es einem schlecht geht, manchmal will man behandelt werden wie jeder andere, und manchmal muss der Gast dem Wirt zuhören, wenn in der Küche oder im Service irgendwas schiefläuft. Der Gast ist manchmal Diva und manchmal einfach nur dankbar. Das haben zum Beispiel die Franzosen in Berlin verstanden. Wie das Cocotte in der Vorbergstraße, wo Philippe und Micky großartige Gastgeber sind. Und nun hat auch wieder das Saint Tropez in der Winterfeldtstraße geöffnet. Viele werden aufatmen, denn die Kochkunst von Louis Laurent Nou und der spezielle Service wurden in den letzten Monaten sehr vermisst. Schöneberg hat jedenfalls viel Potenzial für Stammlokale. Das ist zwar kleinbürgerlich, aber angenehm vertraut.

Foto: Anna Blancke

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