Guide Michelin

Sterne-Restaurants in Berlin: Fine Dining trotzt der Krise

Ein Jahr Covid-19 – für die Gastronomie eine Katastrophe. Aber trotzdem hat die Berliner Restaurantlandschaft Durchhaltekraft bewiesen und es haben auch noch mitten in der Krise neue Lokale eröffnet. Ein Hoch auf den Berliner Mut zum Abenteuer! Sterne-Restaurants in Berlin sind auch auf ihre Weise ein Spiegelbild der Stadt: divers und vielfältig, experimentell und auch immer wieder klassisch. Das wissen auch die Tester*innen vom Guide Michelin zu schätzen: nur das Savu des Berliner Finnen Sauli Kemppainen verlor den Stern – weil es vor wenigen Monaten seine Toren für immer geschlossen hat. Davon abgesehen setzt sich der Sterneregen, der in den letzten Jahren auf Berlin niederging, auch trotz Corona noch fort mit zwei neuen Aufsteigern, dem Irma La Douce und dem faelt.

Berlin hat eben seinen ganz eigenen Stil: Klassiker wie der Bieberbau und das Lorenz Adlon Esszimmer stehen gleichberechtigt neben Innovator*innen wie Dalad Kambhu vom Kin Dee, Ilona Scholl vom tulus lotrek oder Billy Wagner und Micha Schäfer vom Nobelhart & Schmutzig und Lokalmatador wie Tim Raue oder Sebastian Frank vom Horváth. Wir stellen euch alle 18 Ein-Sterne-Lokale, die fünf Zwei-Sterne-Restaurants und das eine Drei-Sterne-Restaurant der Stadt vor.


Französischer Charme im Irma La Douce

Sterne-Restaurants in Berlin Irma La Douce Innenansicht
Klassisch schön mit viel französischem Charme: das Irma La Douce in Tiergarten. Foto: Luigi Di Crasto/White Kitchen

Es ist eines der schicksten Hauptstadtrestaurants: das Irma La Douce ist mindestens so charmant wie der Billy-Wilder-Film, nach dem das 2019 eröffnete Restaurant benannt ist. „New French“-Cuisine wird hier vom Team um eins44-Betreiber Jonathan Kartenberg serviert, gerne begleitet von Champagner (um die fünfzig Positionen allein davon stehen auf der Weinkarte) und einer großen Portion Lebensfreude. Und von der können wir alle nie genug haben.


Lässig modern im tulus lotrek

Sterne-Restaurants in Berlin tulus lotrek
Konzentration aufs Detail. Foto: Philipp Dreyer

Das Tulus Lotrek zählt zu den neuen, lokalen Konzeptküchen dieser Stadt. Das Schöne hier: Ein Besuch macht irre viel Freude. Das liegt nicht nur an der Tapete, auf der sich Schinken und Tintenfischarme in einem floralen Textildruck verstecken.

Expressiv ist auch die Küche von diesem Sterne-Restaurant in Berlin: Mit Jakobsmuschel, Sellerie, Aprikose, Nussbutter und Perigord-Trüffel wird beispielsweise aus den Insignien der Haute-Cuisine ein herzhafter Spaß, den das junge Team um Gastgeberin Ilona Scholl den Gästen auch just so zu vermitteln versteht. Unter den besten Restaurants dieser Stadt das unbedingt herzlichste – was sich schon allein an ihrer Aktion #KochenfürHelden während der Corona-Krise zeigte.


Großartige Ausblicke im GOLVET

Sterne-Restaurants in Berlin Golvet
Einer der großstädtischsten Ausblicke Berlins. Foto: F. Anthea Schaap

Das Sterne- und Gesellschaftslokal über dem Kulturforum hat die (verlängerte) Corona-Pause für einen Neustart genutzt. Der aus den eigenen Reihen rekrutierte und im Facil ausgebildete Küchenchef Jonas Zörner schafft den Fokus auf eine lokal-saisonale Produktküche, ohne dabei vollmundige Zugänglichkeit zu vernachlässigen. Dazu passt eine Weinbegleitung, die gerne mutig und gegenwärtig, aber nie plump provokant daherkommt.


Thaiküche, regional interpretiert im Kin Dee

Sterne-Restaurants in Berlin Kin Dee
Teilen unbedingt erwünscht. Foto: F. Anthea Schaap

Küchenchefin Dalad Kambhu, Autodidaktin am Herd, setzt auf eine zeitgemäße Thai-Küche. Gehoben, hip und fast ausschließlich mit regionalen Zutaten (statt Mango gibt es Apfel, statt Papaya Gurke). Sehr gute Weine (und Biere), eine zurückgelehnte, in jedem Detail stilsichere Atmosphäre und eine Produktküche, die sich selbst nicht zu wichtig nimmt, aber vieles richtig macht. Keine große Speisekarte, sondern ein festes Menü mit Alternativen – Teilen ist hier sehr erwünscht. Einer der schönsten, spannendsten und, ja, besten Läden der Stadt. Und das hat auch den Guide Michelin immer wieder überzeugt und schon zum dritten Mal bestätigt in der Riege der Sterne-Restaurants in Berlin.


Große Küche, leises Auftreten im Richard

Sternerestaurants in Berlin Richard
Zeitgenossenschaft, kulinarisch gedacht. Foto: Jacint Halasz

Hans Richard ist vielleicht der Leiseste unter den Berliner Sterneköchen. Er steht inzwischen wieder selbst in der Küche und hat Sommelier Hakan Özden neu ins Team genommen. Dem gelingt nun auch im Glas, was auf den Tellern bereits begeistert: eine Zeitgenossenschaft, die bei allem Wissen um die Traditionen des guten Geschmacks einen gewissen Entdeckungsdurst erlaubt. Ein Orange Wine zum verkohlten Lauch? Das geht nun genauso wie die Moselspätlese und der Hirschrücken an der an einer mit Hingabe reduzierten Jus. Lieblingsort.


Präzise und vollmundig: Cordo

Sternerestaurants in Berlin Cordo
Präzises Küchenhandwerk, ohne Pinzette. Foto: Aurore Caussade

Man muss es tatsächlich ein Ereignis nennen, mit welcher Lässigkeit der junge Küchenchef Yannic Stockhausen aus der ehemaligen Cordobar ein Fine-Dining- Lokal gemacht hat, das um die klare Sprache einer regionalen Produktküche weiß, ohne sich allzu sehr aufs brutal lokale Neuberliner Repertoire zu verlassen. Stockhausen, gebürtiger Hamburger mit Stationen in Frankreich und im Wolfsburger Acqua, ist ein so präziser Küchenhandwerker, dass er die Allüren einer sogenannten Pinzettenküche selbstbewusst hinter sich lassen kann. Gestaltet sind seine Teller, gewiss, aber doch vor allem aus dem Bauch heraus. Jeder Garpunkt, jede Konsistenz – genau so! Dazu hat er den Mut, auch Grenzgänge wie einen von fermentiertem Rettich begleitetes Kalbshirn zu wagen. Starke Weinkarte mit einem Fokus auf Österreich und die Biodynamik.


Tahini statt Foie Gras und Pastrami vom Kamel: prism

Sterne-Restaurants Gal Ben Moshe am Grill im Prism
Gal Ben Moshe bei der Arbeit. Foto: F. Anthea Schaap

Für sein Restaurant hat sich Gal Ben Moshe durch die Aromen seiner israelischen Heimat und mit beinahe kindlicher Begeisterung durch die Gemüseläden der Sonnenallee geschmeckt. Tahine statt Fois Gras, armenische Gurke statt französischem Trüffel, oder doch all das nebeneinander. Mit einem Holzkohlegrill für die Röstaromen am Lamm und am butterzarten Pulpo, mit selbstgepökelter Pastrami vom Kamel. Spektakulär darf es dabei durchaus nochmal werden. So wird der Fond zur Wachtel am Tisch im Syphon erhitzt, um jedwedes Aroma aus den Knochen zu kitzeln. Spektakulär aber vor allem, wie einleuchtend und vollmundig Gal Ben Moshes Küche nun schmeckt. Eine Etage über dem levantinisch-berlinerischen Sterne-Restaurant in Berlin gibt es zudem einen Private Dining Room.


faelt: New Kid on the Block

Müritz Zander mit Schnittlauch, Haselnuss & Hühnerbrühe
Müritz-Zander mit Schnittlauch, Haselnuss & Hühnerbrühe: aus dem Stand hat es das Faelt in die illustre Reihe der Sterne-Restaurants in Berlin geschafft. Foto: Faelt/Kirchgasser Photography

Der Newcomer unter den Sterne-Restaurants in Berlin: das faelt hat vor rund einem halben Jahr mitten in der Corona-Krise eröffnet – und seine Türe prompt aufgrund des Lockdowns wieder schließen müssen. Aber schon innerhalb dieser wenigen Tage hat Björn Swanson die Tester des Guide Michelin überzeugt. Nicht zum ersten Mal: schon seine frühere Wirkungsstätte, das Golvet, hat er zum Stern geführt. Nun also wieder, diesmal im schönen Akazienkiez. Und solange man das Restaurant nicht besuchen kann, lohnt es sich die Augen offen zu halten

  • faelt Vorbergstraße 10a, Schöneberg, Tel. 0160 932 77 462, www.faelt.de

Den Himmel über Berlin genießen im SKYKITCHEN

Sterne-Restaurants in Berlin Skykitchen
Lässig schick: Skykitchen. Foto: Clemens Niedenthal

Seinen Michelin-Stern hatte sich Alexander Koppe in der ersten Etage des Lichtenberger Kongresshotels Andel’s erkocht. Längst residiert sein lässig-schickes Restaurant Skykitchen in der Panorama-Etage des Andel’s Hotel. Alleine der Ausblick ist einen Besuch wert. Koppes kulinarische Handschrift steht für ein „Crossover aus Fine Dining und Berliner Schisslaweng“, dargeboten in zwei Menüs, eines davon vegetarisch. Außerordentlich gut ist Koppes Risotto, zudem begeistert sein Faible und mehr noch sein Händchen für Innereien. Sehr gute Getränkebegleitung, die auch mal einen Cocktail reicht.


Französisch grundiert mit Berliner Schnauze: Bandol sur Mer

Sterne-Restaurants in Berlin Bandol Sur Mer
Große Kochkunst in intimer Atmosphäre im Bandol sur Mer. Foto: F. Anthea Schaap

Der angesagte Stern-Franzose residiert in einem früheren Döner-Grill. Sternekoch Andreas Saul verwöhnt die höchstens 20 Gäste kulinarisch, während Sommelier und Gastgeber Alexander Seiser für einen tadellosen Service und die Weinpflege verantwortlich zeichnet. Beim angebotenen Sieben-Gänge-Menü kommen vorwiegend regionale Produkte wie Rote Bete, Brennnessel oder Birne zum Teil spektakulär zum Einsatz.


einsunternull: galant und brutal gut

Sterne-Restaurants in Berlin einsunternull
Silvio Pfeuffer zelebriert nahbare Exzellenz. Foto: Hiroshi Toyoda

Silvio Pfeuffers Menü (es gibt immer auch eine vegetarische Variante) hält den Spannungsbogen auf jedem Teller und über den gesamten Abend hinweg und ist dermaßen mit handwerklicher Könnerschaft grundiert, dass man diese Exzellenz nicht mal mehr bemerkt. Hier kocht ein junger gebürtiger Lichtenberger mit den besten Zutaten der ganz nahen und etwas weiteren Umgebung einfach brutal gut. Patron Ivo Ebert indes, ist der gewohnt galante Gastgeber geblieben. Ein noch immer wichtiges Lokal, nicht nur aufgrund seines Michelin-Sterns.


Vegetarische Spitzenküche im Cookies Cream

Sterne-Restaurants in Berlin Cookies Cream
Vegetarische Spitze. Foto: Emil Levy

Das vegetarische Gesellschaftslokal verbindet lässigen Hinterhof-Charme mit einer nie verkopften Gourmetküche, inzwischen eines der Sterne-Restaurants in Berlin. Die beiden Köpfe hinter dem Cookies Cream: Clublegende Heinz „Cookie“ Gindullis und der noch immer junge Küchenchef Stephan Hentschel, der selbst nicht einmal Vegetarier ist. Ein Ausschnitt aus seiner Karte: Parmesanknödel mit Perigordtrüffelsud an Spinat und Pinienkernen sowie überraschende Desserts, zum Beispiel Sellerie-Eis mit Apfel, Walnuss und Kräutern oder Süßdolde und Erdbeersorbet an Baiser und Buchweizen. Von der immer einnehmend guten Atmosphäre ganz zu schweigen.


Brutal-lokal und immer saisonal: Nobelhart & Schmutzig

Sterne-Restaurants in Berlin Nobelhart & Schmutzig
Exzellenter kann man in Deutschland derzeit kaum essen. Foto: Marko Seifert/Nobelhart & Schmutzig

Kloß mit Soße. Butter mit Brot. Vom Lamm der Nacken am angekohlten Rosenkohl. So also schmeckt es im Nobelhart & Schmutzig, dem „brutal lokalen“ Restaurant des Vollbart- wie Vollblut­kulinarikers Billy Wagner und seines Küchenchefs Micha Schäfer. Zeitgenössischer kann man in Deutschland derzeit kaum exzellent essen.

Man sitzt einfach bei sympathischen Menschen und schmeckt Produkte aus der nahen Umgebung, dazu gibt es eine erkenntnisdurstige, stets süffige Getränkebegleitung. In den Sommer- und Herbstmonaten überwiegen die vegetarischen Gänge, im Winter kommt dann Wild und Fisch. Auch das heißt: radikal saisonal. Also, mehrmals im Jahr vorbeischauen – oder das Menü über den anlässlich der Corona-Krise eingerichteten Onlineshop bequem nach Hause bestellen.


Fokus auf die Handwerkskunst: 5 – Cinco by Paco Pérez

Sterne-Restaurants in Berlin Cinco by Paco Pérez
Ein Abend im Cinco. Foto: Lena Ganssmann

2013 eröffnet, war es das erste kulinarische Projekt des katalanischen Spitzenkochs Paco Pérez fernab seiner Heimat im Hotel Das Stue am Tiergarten. Cinco, die Fünf steht dabei für alle fünf Sinne, für ein ganzheitliches Geschmacks­erlebnis also, aber auch für die fünf Finger der Hand, die Handwerkskunst. Man könnte à la carte speisen, aber die durchkomponierten Menüs des Küchenchefs Alexander Rehberger sind durchaus eine Erfahrung wert. Seit 2013 übrigens auch mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet.

  • 5 – Cinco by Paco Pérez, im Hotel Das Stue, Drakestraße 1, Tiergarten, www.5-cinco.com

Klassische Sterneküche im Hugos

Sterne-Restaurants in Berlin Hugos
Ein Reh aus der Schorfheide im Hugos. Foto: InterContinental Berlin

Der Rundumblick aus dem 14. Stock des Hotel Intercontinental ist schwer zu toppen. Ebenfalls ein Erlebnis ist Eberhard Langes (1 Stern) leichte Gourmetküche mit mediterranem Einschlag. Die Gäste genießen Kreationen wie geflämmten Bretonischen Langustino oder Bachsaibling mit Essiggurke, Granny Smith, hausgemachtem Kefir und Kaviar. Die Weinbar öffnet dienstags bis samstags um 18.30 Uhr.


Kreative deutsche Küche im Bieberbau

Über lange Jahre hat sich der Bieberbau mit kreativer deutscher Küche und erstklassigen Produkten einen treuen Stamm an Gästen erarbeitet. Kein Wunder, dass sich das denkmalgeschützte Restaurant (sehenswerte Stuckarbeiten), das auch einen eigenen Kräuter- und Gewürzgarten unterhält, seit einigen Jahren mit einem Michelin-Stern schmücken kann.


Casual trifft Fine Dining: Frühsammers Restaurant

Sterne-Restaurants in Berlin Frühsammers Restaurant
Der Brückenschlag zwischen Casual und Fine Dining im Frühsammers. Foto: Anna Blancke

In dem Sterne-Restaurant in der Villa im Grunewalder Tennisclub steht mit Sonja Frühsammer wohl Berlins beste Köchin am Herd. Unterstützt wird sie von ihrem Mann Peter als Gastgeber und Sommelier. Im Lockdown wurde die Konzeption überarbeitet. Nun wird das Menu „Sonja kocht“ für 135 Euro angeboten. Zudem kann man aus der Bistrokarte à la Carte wählen – so vereinen sich Fine und Casual Dining, natürlich auf gewohnt großartigem Niveau. Das dazugehörige und unkomplizierte Bistro Grundschlag ist dienstags bis samstags mittags und abends geöffnet.

  • Frühsammers Restaurant, im Tennisclub Grunewald, Flinsberger Platz 8, Grunewald, www.fruehsammers.de

Ernsthaftigkeit im ernst

Sterne-Restaurants Ernst Zwiebel geröstet auf weißem Teller
Zwiebeln, geröstet: das ernst übt sich in Minimalismus. Foto: Staffan Sundström

Als Zwanzigjähriger hatte Dylan Watson zum ersten Mal zu Tisch gebeten. Dann das eigene Restaurant: Und in diesem Ernst geht es weniger um das Zubereiten von Produkten, als um die Produkte an sich. Dylan Watson und Spencer Christenson sind die Archäologen eines unbedingten Geschmacks. Ja, das ist alles sehr konzeptionell. Aber auch so unbedingt gut, dass dieses Ernst seit der ersten Stunde eines der wichtigsten Restaurants der Stadt und natürlich auch eines der Sterne-Restaurants in Berlin ist. Und, ja, auch ein großer, konzentrierter Spaß. Nur eben auf seine Weise.


Ein Ausflug nach Wien bei Horváth am Paul-Lincke-Ufer

Sterne-Restaurants in Berlin Horvath Sebastian Frank
Sebastian Frank kocht seit 2010 im Horváth. Foto: Clemens Niedenthal

Der gebürtige Wiener Sebastian Frank kam 2010 ins Horváth am Paul-Lincke-Ufer. Schon im ersten Jahr gab es einen Stern, 2015 kam ein zweiter dazu. Gewürdigt wurde eine entschlossene Produktküche, die sich radikal aus der Biografie des Küchenchefs nährt. Spätestens dieser konzentrierte Zugang macht das Horváth für uns zum besten Restaurant der Stadt. Neben der Blutpraline ist ein im Salzteig gereifter Sellerie eines von Franks Signature-Gerichten.


Süsses ohne Zucker bei CODA Dessert Dining

Dessert, aber ohne Zucker. Foto: Ett La Benn

Handwerklich herausragende, hübsch anzuschauende, vor allem aber geschmacklich feinsinnige Teller stehen auf der Karte dieses weltweit ersten Dessert-Restaurants, das vom Guide Michelin mit nicht nur einem, sondern gleich zwei der begehrten Sterne ausgezeichnet wurde. Zucker spielt in der Küche des Spitzenpatissiers René Frank quasi keine Rolle. Intensiv, intellektuell, inspirierend: Eine urbane, weltläufige und auf den Punkt formulierte Adresse.


Tim Raue und seine Berliner Schnauze

Sterne-Restaurants in Berlin Tim Raue und Geschäftspartner Marie-Anne Wild
Tim Raue und seine Geschäftspartnerin Marie-Anne Raue.

Das Restaurant in der Rudi-Dutschke-Straße bleibt Tim Raues Aushängeschild. Und der Ort, an dem seine entschlossene Umami-Küche tatsächlich spektakulär und nicht bloß wohlfeil schmeckt. Das Abendmenü ist eine Investition, die sich deshalb unbedingt lohnt. Mittags kann man vier Gänge des Meisters der gastronomischen Inszenierung etwas günstiger ausprobieren, oder ganz frei Schnauze ein Menü über den „Fuh-Kin-Great“-Lieferservice deutschlandweit nach Hause bestellen. Sollte man. Raue ist immer noch ein die kulinarische Landschaft prägender, mit zwei Sternen gekrönter Küchenchef und sein Restaurants eines der legendären Sterne-Restaurants in Berlin.


Große Küche und außergewöhnliche Patisserie im FACIL

Sterne-Restaurants im Facil
Dessertauswahl im Facil. Foto: Clemens Niedenthal

Im Glaspavillon in der fünften Etage des Mandala Hotels diniert es sich fast wie unter freiem Himmel. Umgeben von einem kleinen Bambuswäldchen genießen die Gäste die Künste des Sternekochs Michael Kempf, dessen intelligent-leichter Stil ihn zu einem der international bestbewerteten Küchenchefs (2 Sterne) der Stadt gemacht hat. Zum Beispiel zaubert er Skirt-Steak vom Black-Angus-Rind mit Linsen, Reiskraut und Chinakohl oder Langoustino mit Brokkoli, Algen und Earl Grey. Außerdem ist Facils Thomas Yoshida von Gault & Millau zum Pâtissier des Jahres 2016 gekürt worden.


Mehr Berlin geht nicht: Lorenz Adlon Esszimmer

Sterne-Restaurants in Berlin Lorenz Adlon Esszimmer
Der wohl legendärste Ausblick aller Sterne-Restaurants in Berlin. Foto: Hotel Adlon Kempinski

Kaviar, Hummer und ausgewählte Weine in elegantem Ambiente mit Kamin und Blick auf das Brandenburger Tor: Im Gourmet-Restaurant des Nobelhotels Adlon kreiert Zwei-Sterne-Koch Hendrik Otto kulinarische Kunstwerke der französischen Küche. Die als „Hendrik-Otto-Quintessence“ gepriesenen Kreationen werden als Vier- bis Acht-Gang-Menü angeboten und kosten mit Wein­begleitung zwischen 240 und 350 Euro.

  • Lorenz Adlon Esszimmer, im Hotel Adlon Kempinski, Unter den Linden 77, Mitte, www.kempinski.com

Die Spitzenklasse: Ein Restaurant in Berlin hat drei Sterne


Rutz in Mitte: Marco Müller ist Berlins erster Dreisternekoch

Marco Müller vom rutz Berlin Drei-Sterne-Koch
Marco Müller, Berlins erster Dreisternekoch. Foto: Rutz, Restaurant und Weinbar

Drei-Sterne-Koch Marco Müller kochte noch nie so gut wie derzeit. Wahre Begeisterung lösen immer wieder seine Saucen, Fonds und Reduktionen aus, die mal mit Säure, mal mit Frucht die einzelnen Komponenten zu einem Ganzen zusammenführen. Serviert wird das alles in einem auf das Wesentliche reduzierten Gastraum im Obergeschoss der Weinbar. Seit dem Frühjahr 2020 ihat ernoch eine neue kulinarische Spielwiese, das bisherigen Alte Zollhaus in Kreuzberg, jetzt Rutz Zollhaus.


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Marco Müller vom Rutz: Gespräch mit dem ersten Berliner Drei-Sterne-Koch. Wir lieben nicht nur die Sterne-Restaurants in Berlin: Die besten Imbisse in Berlin. Meistbeachtet, aber selten gelesen: Zwei neue Michelin-Sterne für Berlin – aber hat der Guide ein Relevanzproblem?

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