Essen & Trinken

Teil 3: Günstig genießen in Berlin

repke_spaetzlereiCHARLOTTENBURG AM SAVIGNYPLATZ

Repke Spätzlerei – Süddeutsch mit gesamtdeutschen Akzenten
Mittags Selbstbedienung, abends Service, durch diesen Mix könne man gute Preise anbieten, sagt Chefin Viola Budde. Die Mittagstischpreispolitik ist einfach: Die vegetarische Suppe kostet 2,90 Euro, mit Fleisch einen Euro mehr. Gleiches gilt für die beiden Hauptgänge (4,90 bzw. 5,90 Euro). Nicht alles ist mittags so süddeutsch wie die Krautspätzle. Der schmale Laden mit seinen S-Bahn-ähnlichen Sitzbänken prescht durch die herzhaften Küchen des ganzen Landes, reanimiert Hausmannskost wie Eier in Senfsauce oder Hackbraten mit Salzkartoffeln. Heimatverbundenheit herrscht dienstags ab 16 Uhr beim Spätzletag (Käsespätzle mit Schmelzzwiebeln für 4,90 Euro) und mittwochs am Maultaschentag (mit Kartoffelsalat 5,90 Euro). Maultaschen waren lange ein Arme-Leute-Essen. Reste konnten zu einer Füllung verarbeitet und als weitere Mahlzeit ausgegeben werden. Schlau verhielten sich die Zisterziensermönche: Während der Fastenzeit versteckten sie so Fleisch vor ihrem Schöpfer. Text: Manuela Blisse
Bleibtreustraße 46, Tel. 88 71 86 72, www.spaetzlerei.de, tgl. ab 11.30 Uhr, U-Bhf. Uhlandstraße; Speisen 3,90 bis 12,90 Ђ

Casablanca – International
Der Schnitzel-Stopp gegenüber der Universität der Künste: Werktäglich steht das Schnitzel „Wiener Art“ auf der Lunch­karte (11.30–15 Uhr) — und das für 5,50 Euro. Abends muss man 7,80 Euro berappen. Preisgleich ist der Hamburger mit Pommes mitsamt einer frischen Rinderboulette aus der Pfanne sehr fair kalkuliert. Überhaupt: kein Hauptgericht über 8 Euro.
Hardenbergstraße 9a, Tel. 30 20 29 50, tgl. ab 9 Uhr, U-Bhf. Ernst-Reuter-Platz; Speisen 3,80 bis 7,90 Ђ

Dicke Wirtin – Deutsch
Die Soleier, das Stück für 1,60 Euro, auf dem Tresen machen klar: Hier wird Hausmannskost serviert. Das passt zum Kneipenambiente mit allerlei Deko-Tamtam. Ob Kartoffelsuppe für 3,90 Euro, Bratkartoffeln mit zwei Spiegeleiern für 5,90 Euro, Muttis Alt-Berliner Küche erlebt hier ein Dauer-Revival.
Carmerstraße 9, Tel. 312 49 52, www.dicke-wirtin.de, tgl. ab 12 Uhr, U+S-Bhf. Zoologischer Garten, S-Bhf. Savignyplatz, Bus M46; Speisen 3,70 bis 14,40 Ђ

Khao_Soy_papayaGRENZGEBIET ZWISCHEN SCHÖNEBERG UND TIERGARTEN

Papaya am Winterfeldtplatz – Thailändische Allzweckwaffe
Ein typisches Arme-Leute-Gericht aus Thailand ist der Papayasalat, der im Restaurant natürlich auch auf der Karte steht. Wer lieber etwas Warmes mag, dem empfiehlt Geschäftsführer Michael Näckel „Khao soy papaya“: „Dieses Gericht stammt aus Chiang Mai. Wir konzentrieren uns ja hauptsächlich auf die nordostthailändische Küche“, meint Näckel. „Khao soy papaya“ besteht aus frischen Eiernudeln, Hähnchenbrust in gelbem Kokos-Curry, auf Sojasprossen mit Zwiebeln, Koriander und Limette. „In Thailand gibt es die klassische europäische Teilung in Frühstücks- und Mittag-/Abendgerichte nicht, deshalb kann man das eigentlich zu jeder Zeit essen“, meint Näckel. Kostenpunkt für das Gericht ist im Papaya übrigens 8,90 Euro. Im Restaurant wird konsequent mit Neulandfleisch gearbeitet, so sind die Gerichte im Schnitt zwar etwas teurer als die allerbilligste Konkurrenz, für gute Qualität und Nachhaltigkeit aber trotzdem günstig. Text: Annika Zieske
Winterfeldtstraße 42, Tel. 61 29 00 12, www.papaya-service.de, Mo-Fr 12-23 Uhr, Sa 11-23 Uhr, So 12-23 Uhr, U-Bhf. Nollendorfplatz; Speisen 3,10 bis 14,90 Ђ

Ixthys – Koreanisch
Wer sich an die koreanischen Suppen wagt, muss auf Schärfe vorbereitet sein. Dafür wärmen die Gerichte auch nach dem Essen noch von innen, zum Beispiel die Kal-Guk-Su-Suppe mit handgemachten Weizennudeln, Lauch, Karotten-, Zucchini- und Zwiebelstreifen, geröstetem Sesam und eingelegtem, frittiertem Tofu.
Pallasstraße 21, Tel. 81 47 47 69, Mo-Sa 12-21.30 Uhr, U-Bhf. Nollendorfplatz, Bus M48, 204; Speisen 4,50 bis 8,50 Ђ

Joseph-Roth-Diele – Deutsch
Das Restaurant ist der Platzhirsch unter den Lunchadressen rund um die Potse. Je zwei Tagesgerichte stehen jeden Tag auf der Tafel, wer mittags einen Platz bekommen will, muss aber hartnäckig sein oder besonders früh kommen.
Potsdamer Straße 75, Tel. 26 36 98 84, www.joseph-roth-diele.de, Mo-Fr 10-24 Uhr, Küche 12-23 Uhr, U-Bhf. Kurfürstenstraße, Bus M48, M85; Speisen 3,95 bis 9,95 Ђ; EC-Karten

risottoMITTE UM DIE FRIEDRICHSTRASSE

Risotto – Italienisches Reste-Essen
Dieses Reisgericht gilt als langwierig in der Zubereitung. Nicht bei Karsten Greve. Der Chef des kleinen Restaurants liebt gutes Risotto und ist der Meinung, dass es in Berlin kaum zu finden ist. „Dann mach es doch selber“, dachte er. Und so eröffnete er vor vier Jahren sein Restaurant. Greve unterbricht den Garprozess des speziellen Rundkornreises, erst nach Wunsch des Gastes wird das Risotto fertig zubereitet. Damit schafft er es innerhalb kurzer Zeit ein erstklassiges Risotto zu servieren. Und das als bisher einziges Risotto-Restaurant Deutschlands. Ursprünglich ist Risotto ein alltägliches Gericht aus Italien, und „gilt als großer Abfalleimer der italienischen Küche“, was eigentlich heißt, dass alle Reste zu der Grundzutat Reis passen und darin wiederverwertet werden können. Am Nordende der Friedrichstraße werden auf gar keinen Fall Reste verwendet, sondern ausschließlich gute Zutaten. „Denn die Qualität eines Gerichtes steht und fällt mit der Qualität der Produkte.“ Text: Eva-Maria Hilker
Friedrichstraße 115, Tel. 0173-717 16 26, www.ris-otto.de, Mo-Fr 11-21 Uhr, Sa 12-18 Uhr, Küche Mo-Fr bis 20.30 Uhr, Sa bis 17.30 Uhr, U-Bhf. Oranienburger Tor, Tram M6, 12; Speisen 5,90 bis 9,50 Ђ

Suppenbörse – International
Suppen sind in dieser Zeit genau das Richtige für zwischendurch. Das Suppenbörse-Team serviert beispielsweise eine portugiesische Gemüsesuppe, die als kleine Portion gerade mal mit 2,50 Euro zu Buche schlägt, in der großen Variante kostet sie 3,95 Euro. Wer es üppiger und schärfer mag, ist mit der indischen Hähnchen-Mulligatawny gut bedient. Kostenpunkt 2,90 oder 4,85 Euro.
Dorotheenstraße 43, Tel. 20 64 95 98, www.suppenboerse.de, Mo-Fr 11-18 Uhr, Sa 12-18 Uhr, U+S-Bhf. Friedrichstraße, Tram M1; Speisen 3,60 bis 4,40 Ђ

Sushirolls – Japanisch
Das neueröffnete Sushi Rolls überzeugt als erstes Berliner Restaurant mit der australischen Variante des Sushi. Es gibt eine große Auswahl an unzerteilten Maki-Rollen, die direkt aus der Hand gegessen werden. „Wir versuchen asiatische mit europäischer Küche zu kombinieren“, erzählt Julius Kohlhoff vom Sushirolls-Team. Empfehlen kann er vor allem das Mittagsmenü mit drei Rollen plus Dip für 6 Euro – z.?B. Chicken Teriyaki Roll, Seaweed Salad Roll und Salmon Avocado Roll mit dem süßlichen HoisinSesam-Dip. Bald kommen noch Misosuppe und Veggiesticks ins Angebot.
Friedrichstraße 114, Tel. 75 56 65 78, www.sushirolls.de, tgl. 12-20 Uhr, U-Bhf. Oranienburger Tor; Speisen 2,50 bis 6 Ђ

DF_HashiAM ROSENTHALER PLATZ

Hashi Izakaya – Japanische Kleinigkeiten zum Kombinieren
Das Konzept hat Ruo Xu, Eigentümer des Hashi, aus Vancouver mitgebracht. Dort hat er einige Jahre gelebt und die Esskultur der japanischen Community zu schätzen gelernt, vor allem in den Izakayas: „In diesen Lokalen trifft man sich, um mit Freunden zu trinken und nebenbei Kleinigkeiten zu essen, wie in einem englischen Pub.“ Diese kulinarische Vielfalt kann man in Berlin im Hashi kennenlernen. Neben Sushi-Varianten, Udon-Suppen und Bento-Boxen tummeln sich auf der Speisekarte verschiedene Meerestiere – von Lachs, Makrele und Dorade bis zum australischen Hamachi-Fisch, den viele Berliner vermutlich noch nicht kennen. Obwohl die Zutaten hochwertig sind, findet man auf der Speisekarte fast nichts, was mehr als 10 Euro kostet. Dass die Kalkulation trotzdem aufgeht, liegt an den kleinen Portionen. „Es geht bei uns nicht darum, sich satt zu essen“, erklärt der Chef. „Viel wichtiger ist der Genuss und dass man viele neue Geschmackserlebnisse sammeln kann.“ Text: Oliver Burgard
Rosenthaler Straße 63, Tel. 67 96 14 59, www.hashi-kitchen.de, So-Do 12-23 Uhr, Fr-Sa 12-24 Uhr, U-Bhf. Weinmeisterstraße, S-Bhf. Hackescher Markt; Speisen 2,90 bis 8,90 Ђ; EC-Karten, Kreditkarten

Fleischerei – Deutsch
Rund um den Rosenthaler Platz ist zu allen Tages- und Nachtzeiten viel los. Wen mitten in der Nacht der Hunger packt, kann sich in der Fleischerei für kleines Geld stärken. Zur Wahl stehen Currywurst nach Berliner Art und im „Ruhrpott-Style“ von der Bochumer Fleischerei Dönninghaus, außerdem Bouletten und diverse Burger-Varianten. Dazu gibt’s hausgemachte Saucen.
Torstraße 116, www.gate116.de, Mo 12-24 Uhr, Di-Do 12-2 Uhr, Fr+Sa 12-5 Uhr, U-Bhf. Rosenthaler Platz, Tram M8; Speisen 1,60 bis 11,50 Ђ

Galгo A Pastelaria – Portugiesisch
Über zehn Jahre gibt es das kleine Cafй mit den portugiesischen Spezialitäten am Rand des Weinbergsparks schon. Der Renner ist nach wie vor das Puddingtörtchen Pastel de Nata, das für krisensichere 1,30 Euro über den Tresen geht – eine süße Allzweckwaffe für jede Tageszeit, mit der man morgens in den Tag starten oder am Nachmittag aufkommende Hungergefühle bekämpfen kann. Dazu schmeckt ein portugiesischer Milchkaffee, der Galгo. Kleine Snacks wie Panini oder belegte Sandwiches runden das süße Angebot ab.
Weinbergsweg 8, Tel. 44 04 68 82, www.galao-berlin.de, Mo-Fr 7.30-19 Uhr, Sa 8-19 Uhr, So 9-19 Uhr, U-Bhf. Rosenthaler Platz, Tram M1, M8; Speisen 1,30 bis 4,20 Ђ

Fotos: Esther Suave, Kerstin Anders, Sandra Wildeboer, Daniela Friebel, Andreas Kottlorz, Paul Goyette / HiPi

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