Essen & Trinken

„Von der Straße geholt“ von Clemens Niedenthal

Clemens Niedenthal

Herbst ist es geworden in Berlin. Und wer jetzt kein Haus hat … der sucht sich schnell noch eins. Zumindest, wenn wir über Berliner Street-Food-Küchen reden. Das nordafrikanische Koshary Lux vom Street Food Thursday in der Markthalle Neun – im Spätsommer sesshaft geworden in der Grolmannstraße in Chralottenburg. Die Ceviche von Chicha Berlin – gibt es jetzt nicht mehr nur auf Street-Food-Märkten, sondern auch am Maybachufer. Die wilden Burger vom Food-Truck Hirsch & Eber – kann man bald auch in der Kollwitzstraße essen. Just dort, wo Fräulein Kimchi, eine Pionierin des Street Food Thursday, seit diesem Sommer ebenfalls ein eigenes Restaurant betreibt. Und auch das indische Deli Chai Wallahs in der Wiener Straße hat seine Wurzeln in einem Street-Food-Stand. Stellt sich die Frage: Bestätigt diese Entwicklung nun den anhaltenden Street-Food-Hype oder ist sie umgekehrt ein Indiz für sein baldiges Ende? Isst der Berliner – und seine Besucher – nicht mehr von der Hand in den Mund, sondern lieber mit Messer und Gabel und vor allem vom Teller am Tisch? Immerhin: Es gibt auch die gegenläufige Entwicklung. Das Comptoir de Cidre nämlich hat seine vor 18 Monaten eröffnete Cidre-Bar in der Kollwitzstraße schon wieder zugesperrt. Das wunderbare Cidre-Steak-Sandwich gibt es nun wieder ausschließlich am Street Food Thursday. Und auf Street-Food-Märkten in der ganzen Republik.

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