Essen & Trinken

Weihnachtszauber

Wie vielleicht schon einigen Lesern bekannt sein dürfte: Während der Vorweihnachtszeit ist kein Weihnachtsmarkt vor mir sicher. Gebt mir Glühwein, stellt mich neben ein Kinder­karussell, und die Welt ist in Ordnung – beim Eltern-Kind-Verhältnis offensichtlich nicht immer, was für kinderlose Kühe sehr anregend zu beobachten ist. Eine feste Adresse war bisher immer der sonntägliche Weih­nachtsmarkt auf dem Winterfeldtplatz, erster Anlaufpunkt der Bio-Glühweinstand. Dieses Jahr ist der viel gepriesene Rotweintrunk etwas sauer geraten. Auch ist das Expertenpaar nicht mehr dabei, den Rotwein zu entkorken und mit roten Nasen in den Bottichen zu rühren. Times are changing, und an dieser
Stelle nicht zum Besseren. Kaum ein gescheites Kunsthandwerk ist vertreten, keine Ponys, keine Esel stehen für die Kinder zum Streicheln oder Reiten parat, und vom Angebot an Essen und Trinken darf man eigentlich gar nicht mehr sprechen. Außer Bratwurst und Nackensteak gibt’s noch chinesisches Genudel. Man stolpert über die Stromkabel und will es nicht glauben, was aus dem einst so anheimelnden Kiezmarkt geworden ist. Eine Ramschmeile mit billigen Kochlöffeln, Fischbrötchen und Daunenjacken. Also nix wie weg zum Gendarmenmarkt, zum Weih­nachts­­markt am Schloss Charlottenburg oder an den Potsdamer Platz zu Lutter & Wegner, da gibt es zumindest einen guten Glühwein.

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