Essen & Trinken

„Weltraum-Schrott“ von Clemens Niedenthal

Einer kleiner Schritt für eine Astronautin. Ein noch kleinerer für die Menschheit: Samantha Cristoforetti jedenfalls bekommt nun jeden Morgen ihren italienischen Kaffee. Was insofern tatsächlich eine Errungen­schaft ist, als dass sich Samantha Cristoforetti dieser Tage rund 400 Kilometer ent­fernt von Italien aufhält. Und 400 Kilo­meter entfernt vom Rest der Welt. Die Italienerin ist Teil der aktuellen Besatzung der internationalen Raum­station ISS. Und während sie da so durchs Universum rotiert, sollen sie zumindest gewisse Rituale an die Heimat erinnern. Ist natürlich blanker Unsinn. Diese Espresso­maschine ist ein Gag. Und Marketing. Also ein Marketing-Gag. Die Bohnen­röster von Lavazza haben das rund 20 Kilogramm schwere Gerät in Auftrag gegeben – und sich auch flink einen lustigen Namen ausgedacht: ISSpresso. So wird die Raum­station zur Schaum­station. Wobei: Eine wirkliche Crema gibt es vermutlich nicht. Das hat – im Wort­sinne – atmo­sphärische Gründe. Es liegt aber genauso im Prinzip dieser Maschine: Sie arbeitet, na klar, mit Kapseln. Also diesen überteuerten Aluminium­dingern, den so­genannten Aroma-Pads. Passt ja auch ganz wunder­bar zu einer und in so eine Raum­kapsel. Vor allem aber drängt sich dieses Wort­spiel auf: Diese Plörre über den Wolken produziert doch tat­sächlich: Weltraum-Schrott.

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