Essen & Trinken

Wenn Männer Kuchen teilen

BaumkuchenWir nennen keine Namen. Aber es passierte kürzlich im Mitarbeiterkreis. Das Büro bekam von einem alteingesessenen Konditor einen Baumkuchen gesponsort. Beherzt griff ein Kollege zu und wollte für das Team den Kuchen schon mal schön zurechtschneiden. Obwohl dieser Kuchen Baumkuchen und nicht Feuerholzkuchen heißt, schnitt er das handwerklich aufwändig zubereitete Teil in handliche Scheite, als ob er damit ein Lagerfeuer entzünden wollte. Den Kolleginnen nahm es beim Anblick des massakrierten Stücks süßer Köstlichkeit den Atem. Während der Testosteronanteil des Teams diese martialische Schneidetechnik völlig normal fand – „Man will doch was im Mund haben!“ – erklärten die Mädels geduldig, wie es sein soll.

Hauchdünn geschnittene Scheiben müssen es sein, und zwar horizontal. Brav versuchte dann der Kollege es richtig zu machen, und fing an am Baumkuchen rumzusägen. Das Messer sei nicht scharf genug, so die Argumentation. Nach einiger Zeit nahm eine Kollegin die Sache in die Hand – und wir erinnerten uns an den Spruch einer klugen langjährigen Mitarbeiterin mit DDR-Vergangenheit, deren Kommentar in solchen Fällen hieß: Dummheit schafft Freizeit.

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Foto: JudithTriebel

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