Das Wilke an der Boddinstraße hat sich als Kiezcafé etabliert – dank sehr gutem Kaffee, einer saisonalen Speisekarte und der freundlichen Gastgeberin.

Carolin Wilke steht noch immer selbst in ihrem Laden in Neukölln. „Inhaberinnengeführt“ ist im Café Wilke keine Marketingfloskel, sondern ein Gemütlichkeitsversprechen. Denn wie Carolin Wilke ihr Café bewirtschaftet, ist liebevoll, unprätentiös und nachbarschaftlich. Angefangen bei der Speisekarte, die saisonal wechselt und im Herbst beispielsweise eine Stulle mit Sauerteigbrot von Albatross bietet, welche mit geschlagenem Ricotta, eingelegtem Kürbis und frittiertem Grünkohl belegt ist. Oder das rauchig, beinahe fleischig schmeckende Tempeh-Sandwich mit Coleslaw, das tatsächlich aber vegan ist.
Wohl kuratiert ist auch die angenehm klassische Auswahl an hausgebackenen Kuchen: Brownie, Bananenbrot und Cheesecake, oder der vegane Zucchinikastenkuchen mit viel Zimt, der etwas aus der Reihe fällt.
Am charmantesten ist im Café Wilke der Fensterplatz
Am charmantesten ist sicherlich der Fensterplatz mit Blick auf die, sagen wir, sehenswerte Boddinstraße. Durch das Lichtkonzept, die Anordnung der Tische, viel Holz und Carlon Wilkes Auge fürs Detail gelingt es aber, auch den sich nach hinten streckenden Teil des Ladens durchaus als cosy zu empfinden. Inmitten dieses Gemütlichkeitsversprechens serviert die besonnene, freundliche Gastgeberin sehr guten Kaffee und und das noch bessere Gefühl, an einem Ort zu sei, der sich abseits schnelllebiger gastronomischer Hypes und einer sozial-medialen Blasenbildung als herzliches Kiezcafé etabliert hat.
- Wilke Boddinstr. 10–11, Neukölln, Di–Fr 9–17, Sa–So 10–17 Uhr, Website
Umwerfend scharf: Hi! Chili in Prenzlauer Berg. Dieses Getränk macht alkoholfreiem Bier Konkurrenz: Wir haben Feral probiert. Aussegnungshalle, Pförtnerhäuschen, Gefängnis: Wir zeigen euch Lokale, die ihre Räume völlig verwandelt haben. Passt so? Über den Trinkgeldvorschlag bei Kartenzahlung. Premiere: Erstmals findet die Restaurant Week in Berlin statt. Frittierte Leidenschaft: Wir sind begeistert vom Chompy Bistro. Staffelübergabe: Die Rotisserie Weingrün gehört jetzt zur Jolesch-Familie. In Wilmersdorf findet sich mit Rasoterra die ziemlich beste Pizzeria Berlins. „Lass uns das Gulasch feiern, bis es alle ist“, sagt Max Strohe im Interview anlässlich der Veröffentlichung seines Buchs „All You Can Eat“.


