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Wiskey als Investment

wiskey_esther_suave_hipiSeitdem die Banken die Guthaben ihrer Kunden immer schlechter verzinsen, suchen viele Menschen nach alternativen Geldanlagen. „Meine Kundschaft lässt sich in drei Gruppen einteilen“, sagt Uwe Wagmüller, „die Genießer, die Sammler und die Spekulanten.“ Wagmüller ist Inhaber des Fachgeschäfts Finest Whisky in der Schöneberger Winterfeldtstraße. Viele seiner Kunden kommen jeden Monat, um „für die Rente vorzusorgen“. Einige investieren monatlich 50 Euro, andere mehr als Tausend. Investieren in Whisky? Das klingt wie eine Idee, die im Rausch entstanden ist, doch ähnlich wie Gold oder Kunst taugt auch die hochprozentige Spirituose als Anlageobjekt. Rendite bringt das alkoholische Investment zwar nicht, aber dafür versprechen viele Whiskysorten eine interessante Wertsteigerung. Wagmüller tippt auf eine dunkelgrüne Flasche im Regal, sie stammt aus der schottischen Ardbeg-Destillerie. Als dieser Whisky vor einem halben Jahr auf den Markt kam, kostete eine Flasche 79 Euro. Inzwischen verkauft Wagmüller sie für 139. Für Anleger interessant seien „Schotten und Japaner“, so die Empfehlung des Experten. Außerdem limitierte Auflagen aus renommierten Destillerien, denn „was knapp ist, steigt im Wert.“ Groß zuschlagen kann man im KaDeWe, dort wird seit Dezember die Konstellation Collection der schottischen Traditionsbrauerei The Dalmore vertrieben – exklusiv in Deutschland. Hier kostet ein 46 Jahre gereifter Tropfen, dann auch schon 25.100 Euro.

Vom Trend zur flüssigen Geldanlage profitieren nicht nur die Spirituosenhändler. Mirko May, Barchef in der Vox Bar im Grand Hyatt am Potsdamer Platz, hat beobachtet, dass manche Gäste gezielt nach dem Whisky fragen, den sie sich zuhause als Anlageobjekt ins Regal gestellt haben. „Die wollen natürlich wissen, wie ihre Geldanlage schmeckt.“ Das Interesse am Whisky habe in den letzten zwei Jahren stark zugenommen, vor allem bei jungen Leuten und bei Frauen. „Viele Gäste kennen sich sehr gut aus und suchen nach Raritäten.“ Die dürften dann gern auch den entsprechenden Preis haben. In der Vox Bar gehen mehr als 240 Whiskysorten über den Tresen, darunter edle Tropfen wie ein schottischer Springbank oder ein 25 Jahre alter Glenmorangie. Ein Glas Springbank kostet 42 Euro, der Glenmorangie schlägt mit 75 Euro zu Buche. Eine andere Rarität wurde kürzlich ausgetrunken: ein Glen Grant von 1870. Nur sieben Monate habe es gedauert, bis die Flasche leer war, berichtet May. Und das bei einem Preis von 490 Euro für 4 cl.

Text: Oliver Burgard

Foto: Esther Suave / HiPi

Finest Whisky Winterfeldtstraße 48, Schöneberg, Tel. 23 63 51 72, www.finestwhisky.de, Mo-Fr 11-20 Uhr, Sa 10-19 Uhr

KaDeWe Tauentzienstraße 21-24, Schöneberg, Tel. 21 21 0, www.kadewe.de, Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa 9.30-20 Uhr

Vox Bar Grand Hyatt Hotel, Marlene-Dietrich-Platz 2, Tiergarten, Tel. 25 53 17 72, www.vox-restaurant.de, tgl. ab 18 Uhr

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