Essen & Trinken

Zehn Berliner Burger im Geschmackstest

HamburgerHeaven_c_daniela_friebel_hipi1. Cheeseburger
Einen Bonus für die schönsten Außenplätze gibt’s hier nicht, auf der Rückseite vom Netto an der Kottbusser Brücke. Aber der Standort ist prima für den frühen Abend, um danach ins Kreuzberger Nachtleben zu starten. Das Konzept ist zugeschnitten auf Menschen, die für hohe Qualität gern einen Euro mehr zahlen. Jeden Burger gibt es in drei Fleisch-Varianten (regular, Freiland, Bioland) und alle Beilagen sind hausgemacht. Abends ist der Andrang groß und der Ton am Tresen freundlich-forsch. Motto: Bestellen, bezahlen und warten, bis die richtige Nummer ausgerufen wird. Das dauert dann schon mal gute 20 Minuten, aber so lang warten alle gern, weil sich das wirklich lohnt. Nachmittags geht’s ruhiger zu. Der einzige Nachteil: Es gibt momentan keine Steh- oder Sitzplätze für schlechtes Wetter. Text: Oliver Burgard, Foto: Daniela Friebel/Hipi

Wie dick? Der Cheeseburger misst ungefähr 12 cm. Für Menschen mit großen Händen ok.
Qualität des Fleisches: Die Bioland-Variante ist geschmacklich einwandfrei, das Rinderhack gut gewürzt, außen scharf angebraten und innen so saftig, wie ein Paddy sein sollte.
Qualität Brötchen und Pommes: Sehr gut. Das Brötchen hat Biss, die Pommes sind dunkelgolden und sehr kross.
Fazit: Ein Imbiss de luxe für schönes Wetter. Man kann die Burger ohne Besteck bewältigen, ohne sie vorher in ihre Einzelteile zu zerlegen, wenn man große Hände hat.

Hamburger Heaven Graefestraße 93, Kreuzberg, Fr+Sa 12-2 Uhr, Mo-Do 12-24 Uhr, So 12-23 Uhr, www.hamburgerheaven.de

Tizian_c_lena_gansmann_hipi2. Cheeseburger
Fünf Sterne wollen ja auch erst einmal verdient sein: Das Grand Hyatt liegt schick, ist schick, und schick essen kann man gleich in drei verschiedenen Restaurationen. Im Tizian, das zumindest speiseplanmäßig so gar nichts mit dem italienischen Maler gleichen Namens zu tun hat, kann man auf die moderne, minimalistische Variante eines offenen Kamins schauen und kauen. Es gibt deftige Berlinküche а la Currywurst, die Burger werden mit extrakrossen Pommes und einem Schlag Krautsalat serviert. Der Cheeseburger macht seinem Namen alle Ehre, er ist groß und käselastig genug, um dicke satt zu machen, und die Bulette nimmt mindestens die Hälfte der Füllung ein. Der Veggieburger kommt mit gegrilltem Gemüse und zart laufendem Käse, und man kann sich gut vorstellen, wie viel die Paparazzi dafür zahlen würden, irgendeinen mageren Hollywoodstar hier beim Maulaufreißen und Burgerreinschieben zu fotografieren. Text: Jenni Zylka, Foto: Lena Gansmann/Hipi

Wie dick? Unter 10 cm, also gerade noch essbar mit den Händen.
Qualität des Fleisches: Gut.
Qualität Brötchen und Pommes: Brötchen ok, Pommes sind köstlich rustikal und dick, gehen in Richtung Chips.
Fazit: Sehr lecker und durch ungewöhnliche Saucen und wenig typischem Ketchup-Geschmiere ganz schön classy. Für Touristen und geschmackssichere Neureiche.

Tizian im Hotel Grand Hyatt Marlene-Dietrich-Platz 2, Tiergarten, Tel. 25 53 12 34, 25 53 17 64, tgl. 12-24 Uhr, www.tizian-restaurant.de

bbi_c_jan_wirdeier_hipi3. Chili Cheese Burger
Acht Zentimeter – das gibt es wahrscheinlich nur an der Peripherie von Kreuzkölln. So hoch sind die bbi-Burger. Ein hölzerner Spieß muss sie zusammenhalten, sonst würden Brötchen, Boulette und Salat einfach auseinander purzeln. Der Burger ist stattlich anzuschauen und ein Balance­akt für die Gäste. Denn im XS-Burgermanufaktur-Imbiss ordert man am Mini-Tresen, kann dabei schon dem Burgerbrutzler am feuerspeienden Grill zuschauen und holt die Bestellung ab, wenn man vornamentlich gerufen wird. Drinnen könnten man sich an drei Wandstehplätze drücken. Draußen stehen vier Biertische samt Bänken und ein paar olle Sessel auf dem Burgersteig. Die unausgesprochene Szene-Anweisung: Dazusetzen! Hallo sagen! Burger mampfen! Text: Manuela Blisse, Foto: Jan Wirdeier/Hipi

Wie dick? 190 Gramm Gewicht, platt geklopft.
Qualität des Fleisches: Ordentlich und frisch gegrillt, Fleisch wird vom Halal-Fleischer bezogen.
Qualität Brötchen: in Ordnung. Weich, ohne dass es am Gaumen klebt, süßlicher Geschmack.
Fazit: Für junge, hiesige und internationale Schnellesser mit intakten Geschmacksnerven für gutes Fastfood.

BBI – Berlinburger International Pannierstraße 5, Neukölln, Tel. 0178-540 74 09, Mo-Do 12-24 Uhr, Fr+Sa 12-24 Uhr, So 15-22 Uhr, www.berlinburgerinternational.com

ToBeefOrNotbeef_c_lena_gansmann_hipi4. Classic Burger
Vielleicht etwas dramatisch? „Beef or not to Beef“, so der Name des Restaurants in der gastronomisch angestaubten Ecke Schönebergs. Eine Truppe Italiener hat sich dem Thema Fleisch gewidmet. Es gibt neben den Klassikern Panzanese und Bistecca alla Fiorentina weitere Fleischgerichte vom Bio-Rind. Und eben drei Arten von Burger: den Hausburger, den Chef DOC Burger und den getesteten Classic Burger. Bei der Bestellung wird klar, dass man den nun nicht unbedingt als Spezialität des Hauses betrachtet. „Wir haben noch andere Gerichte …“, der freundliche Kellner versucht ein Ablenkungsmanöver mit der Wochenkarte. Also tapfer sein bei der Bestellung. Dann bekommt der Gast auch ein imposant aufgetürmtes Gebilde, das mit Stäbchen zusammen gehalten werden muss. Ein wenig Salat, selbstgeschnitzte Kartoffelspalten, Ketchup, Mayo in stilgerechten Plastikflaschen. Und man muss trotz aller etwas irritierenden Vorzeichen resümieren: Der Burger schmeckt richtig gut – auch wenn damit die italienische Seele verletzt ist. Scusi! Text: Eva-Maria Hilker, Foto: Lena Gansmann/Hipi

Wie dick? So hoch wie eine kleine Wasserflasche.
Qualität des Fleisches: Vom Neuköllner Metzgermeister extra angeliefert.
Qualität Brötchen und Pommes: Erstes durchschnittlich, letzteres einfach klasse.
Fazit: Eine Pilgerstätte für Schöneberger. Extra anreisen aus anderen Bezirken sollte man jedoch wegen der Wochenkarte und
dem außerordentlichen Fleischangebot.

To beef or not to beef  Akazienstraße 3, Schöneberg, Tel. 54 59 90 47, tgl. ab 18 Uhr

Schiller_c_esther_suave_hipi5. Glocke (Cheeseburger)
„In Berlin gibt es so viele Burgerläden“, sagt der Inhaber Philip Entekhabi. „Da kann man entweder mit einer Riesenauswahl punkten oder mit einer höheren Qualität der einzelnen Zutaten.“ Das heißt in diesem Fall, dass fast alles selbstgemacht wird, zum Beispiel die Saucen und die leckeren Süßkartoffelpommes. Die schmecken viel besser als die regulären Nullachtfünfzehn- Pommes und werden entweder mit Mango Fresh, Aioli oder Honig-Senf Sauce gereicht. Die Altneuköllner, Studenten und Berlin-Besucher, die den Schillerburger frequentieren, blicken nach dem Essen zufrieden hinter ihren silbernen Blechschalen mit zerknüllten Servietten und Saucenresten hervor. Sie sitzen zwischen Saloon-artigen Holzwänden im Laden oder auf Bierbänken. Manche ziehen nach dem Schlemmen eine Tür weiter in die Schiller Bar. Text: Gesche Loft, Foto: Esther Suave/Hipi

Wie dick? 135 g für Erwachsene, 60 g für Kinder.
Qualität des Fleisches: Jungbullen-Rind von einem Neuköllner Fleischer.
Qualität Brötchen: Sesambrötchen vom Schiller-Bäcker nebenan.
Fazit: Für Kiez-Bewohner: jung, alt, oder mit Kindern, die keine Angst vor Sauerei haben.

Schillerburger Herrfurthstraße 7, Neukölln, Tel. 0172-982 44 27, tgl. 9-2 Uhr, www.schillerburger.com

1 | 2 | weiter

Mehr über Cookies erfahren