Essen & Trinken

Zeit ist Geld

Die oben genannte Redewendung kennt wohl jeder, und jeder hat auch so seine eigene Meinung und Auslegung dazu. Wo sich aber alle dann wieder treffen, ist die Erkenntnis, dass das eine nicht zu haben ist, ohne dass man das andere hergibt. Mit anderen Worten: Wer viel Zeit hat, hat meist kein Geld, und wer genug Geld hat, dem fehlt es fast immer an Zeit. Diesen Zusammenhang hatte schon Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der USA, erkannt, der den Ausspruch vor mehr als 200 Jahren in seinen „Ratschlägen für junge Kaufleute“ veröffentlichte. Man könnte meinen, dass der aus Moskau stammende Ivan Meetin die Franklin’schen Ratschläge ausführlich studiert hat, denn sein gastronomisches Konzept, mit dem er nach Moskau, Kiew und St. Petersburg gerade London erobert, folgt exakt Franklins Ausspruch: Meetin macht aus Zeit Geld.

Er partizipiert direkt an den Minuten, Stunden, Tagen, die andere in seinem Restaurant verbringen. Ziferblat heißt das Lokal, in dem sich jeder so lange aufhalten und tun und lassen kann, wie und was er möchte. Speis und Trank gehen aufs Haus, dafür tickt im Hintergrund die Uhr: Drei Pence kostet die Minute im Ziferblat, das sind rund 2,20 Euro in ­einer Stunde, etwa 18 Euro nach einem Achtstundentag. Wenn es nach Ivan Meetin geht, wird es auch in Berlin bald einen Ableger seiner Zeit-Oase geben: „Berlin – das ist meine höchste Priorität“, sagt er. Willkommen jedenfalls wäre der 29-Jährige in unserer Stadt. Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin, findet das Konzept interessant. Vor allem aber gibt es hier noch nichts Vergleichbares. Und offen für Neues sind wir Berliner doch sowieso.

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