Essen & Trinken

Zeitgenössisches im Papalуtl

Papalotlo_c_lena_gansmann_hipiDeshalb ist auch eine gewisse Skepsis vorhanden, als man die gelben Corona-Schirme am fast ein wenig verwunschen wirkenden Ende der Belforter Straße zum ersten Mal sieht. Den ersten Hinweis dafür, dass es sich hier um authentische mexikanische Küche handelt, liefert der Name des Restaurants: Papalуtl. Das Wort kommt aus der indigenen Sprache Nahuatl und bedeutet Schmetterling, ist aber auch namensgebend für ein korianderähnliches Gewürz, das häufig in der mexikanischen Küche verwendet wird. Auch das Interieur des Restaurants steht eher für Stil als für Massenabfertigung: Hohe Wände, eine großzügige hölzerne Bar und  schlichte mexikanische Dekoration durch kleine Figuren, bunte Holzmasken und Wandteppiche.

Die Karte im Papalуtl ist ziemlich klein gehalten. Es liegt daran, dass in diesem Restaurant frisch gekocht wird, wie sich später herausstellt. Schnell wird klar, dass eine sehr große Vielfalt mexikanischer Kochtechniken praktiziert wird und dass sich hier die Kochkunst vor allem in den Saucen zeigt. Los geht’s mit knusprigen Tacos mit Suadero, also dem Bruststück vom Rind, einer Salsa aus grünen Tomaten und frischem Koriander. Dazu Los Camarones: sautierte Garnelen mit einer köstlich leichten Ananas-Chili-Habanero-Sauce. Der Salat mit Ziegenkäse, Kürbiskernen und Chipotle-Vinaigrette verbindet französische Raffinesse mit mexikanischer Würze.

Die Hauptgänge sind nicht weniger vielfältig. Die Truthahnbrust al Pastor mit Ananaspüree und Chili Habanero-Garten kommt ebenfalls leicht und erfrischend daher, das Entenmagret an Tamarinden-Pflaumen-Chamoy mit Reis und Salat ist zart und säuerlich-scharf. Mit Mühe wird der hausgemachte Flan zum Dessert gemeinschaftlich geteilt, zum Abschluss empfiehlt die zugewandte Bedienung einen Mezcal Real Minero Tobalб, der aus der Wildagave gewonnen wird. Der Schnaps ist kräutrig und zitrusartig, dann rauchig im Abgang. Ein wunderbarer Digestif. Insgesamt ist das Papalуtl Lichtjahre entfernt von dem weit verbreiteten Brei aus Reis und Bohnen, den man sonst so leichtfertig als „mexikanisch“ abstempelt.

Text: Gesche Loft

Foto: Lena Ganssmann / HiPi

tip-Bewertung: Empfehlenswert

Papalotl Belforter Straße 22, Prenzlauer Berg, Tel. 44 35 21 84, Di-So ab 16 Uhr, Küche ab 18 Uhr, U-Bhf. Senefelderplatz,
Speisen von 6 bis 35 Ђ, Softdrinks ab 2,40 Ђ, Bier (0,33 l) ab 2,30 Ђ, Wein (0,1 l) ab 2,50 Ђ, Fl. Wein (0,7 l) ab 19 Ђ

 

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