Essen & Trinken

Zum Mond in Kreuzberg

Zum Mond in Kreuzberg

Eigentlich ist es ein Paradoxon. Da wird eine Berliner Eckkneipe von Grund auf  ausgemistet und umgekrempelt, um danach auszuschauen wie … eine Berliner Eckneipe. Nur eben ohne Fußballfernseher, Glücksspielautomaten und die Girlanden von der vorletzten Faschingsfeier. Stattdessen: schlichte Holztische, dunkle Wände, ein retroschönes Plakat auf dem Herrenklo, auf dem doch tatsächlich ein Mediziner die Vorzüge von Bier erklärt. Es lockert die Muskeln und beruhigt die Nerven. Aha. Die Vorzüge des im Frühjahr eröffneten Zum Mond liegen indes auf dem Teller. Frisch und regional wird hier gekocht, ein wenig sentimental (Würstchen vom Hildebrandshagener Heckrind, Kartoffelstampf und Weinsauerkraut, 13 Euro) und auch saisonal und modern (Raviolen mit eingewecktem Spargel und Uckermärker Wildkräutern, 11,50 Euro). Die Liebe zum Umland bringt immer wieder auch Wild auf den Teller. Die dem kleinen Lokal angemessen kleine Karte – drei Vorspeisen, vier Hauptgänge – wird zum Wochenende tagesaktuell erweitert. In Wien würde man so einen Ort Beisel nennen. In Berlin freut man sich über ein neues, unprätentiöses Lokal, das so schmeckt, als würde man es schon lange kennen. Warm wird es im Magen und ums Herz.   

Text:
Clemens Niedenthal

Foto:
Ben de Biel

tip-Bewertung: Empfehlenswert

Zum Mond Köpenicker Straße 159, Kreuzberg, ?Di–Sa ab 17 Uhr, Tel. 21 80 72 69, ?zummond.info

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