Essen & Trinken

Zwangsernährung

Wie oft haben wir an dieser Stelle von herausragenden Köchen berichtet, die mit Gemüse sehr liebevoll umgehen und auch mal ein oder zwei Tage einlegen, an denen sie auf Fleischverzehr verzichten. Weil es welternährungstechnisch einfach Sinn macht, weil Tiere artgerecht behandelt werden sollen, wenn wir ihnen das Leben nehmen, damit es uns besser schmeckt. Und eigentlich sind wir immer noch der Meinung, dass der Verzicht auf täglichen Fleischkonsum Sinn macht. Aber seit die Bündnisgrünen nun den Vorschlag machen, in den Kantinen einen Veggie Day zu etablieren, scheinen manche Menschen zu glauben, dass dadurch jeder gezwungen werden soll, an diesem Tag Gemüse zu essen, sodass damit der freie, emanzipatorische Wille des Bürgers ausgeschaltet wird. Himmel, so eine Aufregung hätte die neue Rundfunk-Zwangsabgabe, ehemals GEZ-Gebühr, verdient! Aber nun ist ein Gemüsetag der Aufreger der Nation?

Wenn jetzt auch noch die Fleischer-innung erklärt hätte, dass an diesem Tag die Läden geschlossen werden, die Steakhäuser von einem außer­ordentlichen Ruhetag gesprochen hätten, Truppen von Ordnungshütern den privaten Kühlschrank an diesem Veggie-Day gefilzt hätten, dann, ja dann hätte jeder Fleisch- und Gemüsekonsument ein Recht des Widerstands. Aber ein harmloser Vorschlag, das zu tun, von dem wir eigentlich alle wissen, dass es durchaus akzeptabel ist? Na ja, ich kann einfach nicht glauben, dass Fleisch dumm macht!

Sie wollen der Autorin Ihre Meinung schreiben? Bitte sehr: [email protected]

Mehr über Cookies erfahren