Kino & Film in Berlin

„Evangelion 2.22 – You Can (Not) Advance“

Das Universum der japanischen Anime-Serie "Neon Genesis Evangelion" (NGE) ist komplex, weitverzweigt und unübersichtlich - und das ist noch eine Untertreibung.

1995 von Hideaki Anno für das Fernsehen konzipiert, entwickelte sich NGE binnen kürzester Zeit zu einem der einflussreichsten und bedeutendsten Animes überhaupt und zog Mangas, Bücher, Video- und Hörspiele sowie jede Menge Merchandise nach sich. Und Kinofilme. Denn als Reaktion auf die Unzufriedenheit der Fans mit dem Ende der TV-Serie entstanden 1997 zwei Langfilme, die Alternativen präsentierten.
Seit 2007 arbeitet Anno nun an vier neuen Filmen, die unter dem Begriff „Rebuild of Evangelion“ sowohl eine Verdichtung der ursprünglich 26 Folgen der Serie als auch eine Neuinterpretation ihrer Themen unternehmen als auch die Fortschritte der Computergrafik seit 1995 nutzen. Entsprechend spektakulär sieht „Evangelion 2.22 – You Can (Not) Advance“, der zweite der vier Filme, auch aus.
Eine befriedigende Erklärung für den ewigen Krieg, der zwischen zerstörerischen Engeln unbekannter Herkunft und von Jugendlichen gesteuerten Kampfmaschinen namens EVA unter der Oberaufsicht von Institutionen wie NERV und SEELE tobt, erhält man allerdings auch diesmal nicht. Und wer den Vorgängerfilm „Evangelion 1.11 – You Are (Not) Alone“ nicht kennt, der dürfte sich schon gleich gar nicht zurecht finden. Denn das mystische Universum von NGE ist nicht abgeschlossen: „Evangelion ist wie ein Puzzle“, sagt Anno, und dass er nicht vorhabe, jemals alle Antworten auf alle Fragen zu geben. In diesem Sinne … Fortsetzung folgt.

Text: Alexandra Seitz

tip-Bewertung: sehenswert

Evangelion 2.22 – You Can (Not) Advance. Japan 2009; Regie: Hideaki Anno, Kazuya Tsurumaki, Masayuki; 108 Minuten + Bonusmaterial: Artwork-Compilation, Deleted Scenes, Trailer, Booklet; erschienen bei Universum

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