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40 Jahre Christopher Street Day Berlin

40 Jahre Christopher Street Day Berlin
(c) Rolf Fischer

Rolf Fischer: 40 Jahre Christopher Street Day Berlin eröffnet eine Reihe im Rahmen der Ausstellung „Love at First Fight! Queere Bewegungen in Deutschland seit Stonewall“, in der einzelne Aspekte der queeren Geschichte vertieft werden. Den Auftakt macht passend zum 40. Jubiläum des Berliner CSD der Fotograf Rolf Fischer, der seit ihrer Geburtsstunde 1979 die Berliner Pride Marches dokumentiert hat. Die Fotografien der CSDs geben eine eindrucksvolle Impression der vielfältigen Veränderungen der queeren Subkultur Berlins. In den Fotografien spiegeln sich viele der wichtigen Debatten und Themen, Konflikte und Kontroversen der LSBTIQ* Szene: Neu gegründete Gruppen stellen sich vor, drohenden Berufsverbote für Schwule werden skandalisiert, Lesben fordern immer selbstbewusster ihren Platz, jüdische Lesben und Schwule kämpfen für Sichtbarkeit, die Aids Krise in den 1980er Jahren ist ein zentrales Thema und der zunächst dominierende Kampf gegen den §175 wird von immer differenzierteren Forderungen nach gesellschaftlicher Gleichstellung abgelöst.

Irgendwann fingen auch politische Parteien an, sich die queere Agenda auf die Fahnen zu schreiben und in den letzten Jahren tragen von Konzernen und Firmen finanzierte Trucks, mit Bekenntnissen zu „Diversity “ immer mehr zur Kommerzialisierung der Paraden bei. Die Fotografien von Rolf Fischer präsentieren eine Chronik dieser Veränderungen und bezeugen zugleich aber auch das, was den CSD seit seinen Anfängen ausgemacht hat: Die hedonistische Lust daran, sich für einen Tag die Straßen zurück zu holen und jenseits aller interner Differenzen schamlos die eigene Queerness zu feiern!

Rolf Fischer (geb. 1949) hat mit seiner Kamera nicht nur den Berliner CSD festgehalten, sondern auch die Anfänge der Schwulenbewegung dokumentiert. Seine Fotografien dokumentieren zahlreiche Aktionen der Homosexuellen Aktion Westberlin (HAW) oder der Berliner Tuntenszene und bewahren auch viele queere Orte vor dem Vergessen – auch über Berlin hinaus. Seine Sammlung ist ein wichtiges Archiv der Szene.

In der Ausstellung „Love at First Fight!“ ist er mit Fotografien vom ersten CSD Berlin 1979 sowie von Charlotte von Mahlsdorf in der Mulackritze von 1991 vertreten. 1996 wurden bereits Fotografien in der Gruppenausstellung „Fotos aus der Sammlung – 10 Jahre Schwules Museum“ im Schwulen Museum gezeigt. Ein Teil seiner fotografischen Arbeiten befindet sich als Vorlass in der Sammlung des Schwulen Museums.

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