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Enthüllung von zwei Gedenksteinen für Frida Schottmüller (1872-1936) und Oda Schottmüller (1905-1943)

Die Zwölf-Apostel-Kirchhöfe setzen mit der Gedenksteinlegung die Reihe „Die Frauen auf den Kirchhöfen“ fort. Die Reihe erinnert an bedeutende Frauenpersönlichkeiten in Berlin. Anschließend in der Kapelle: Vortrag von Frau Dr. Geertje Andresen und Claudia von Gèlieu über die Biografien der beiden Frauen.

Enthüllung von zwei Gedenksteinen für Frida Schottmüller (1872-1936) und Oda Schottmüller (1905-1943)
N.N., EMPORE, Antikriegsmuseum

Oda Schottmüller hat nie ein Grab bekommen. Ende der 1930er-Jahre war sie in Kontakt mit dem Widerstandskreis um Harro Schulze-Boysen gekommen. Dort wurden künstlerische und politische Fragen diskutiert und Aktionen gegen die Nazi-Diktatur vorbereitet. Im Sommer 1942 wurde sie, Schulze-Boysen und über 120 andere Personen festgenommen. Die Gestapo ordnete diese Gruppe dem Komplex „Rote Kapelle“ zu. Der Vorwurf: die Gruppe sei eine von Moskau gesteuerte Spionage Organisation. Das Reichskriegsgericht verurteilte sie zum Tod. Oda Schottmüller wurde am 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee ermordet. Nach dem Tod ihres Vaters war Oda im Alter von 14 Jahren zu Ihrer Tante Frida Schottmüller nach Berlin gekommen. Nach einer kunsthandwerkliche Ausbildung studierte sie in Berlin Bildhauerei. Ihre große Leidenschaft galt dem Tanz, darin ließ sie sich ebenfalls ausbilden. Im Maskentanz führte sie beide Berufsfelder zusammen und schuf eine eigene Tanzästhetik.

Frida Schottmüller war die Tante von Oda Schottmüller, die diese 1919 bei sich in Berlin aufnahm. Auch Frida Schottmüller hat eine für ihre Zeit bemerkenswerte und selbstbestimmte Biographie: Nach dem Besuch der Höheren Töchterschule von Fräulein E. Beckmann besuchte Sie ab 1893 die Zeichenschule des Vereins der Berliner Künstlerinnen und die Königliche Kunstschule zu Berlin. Nach dem Examen arbeitete sie zunächst als Lehrerin. Da es für Frauen bis ins Jahr 1908 nicht möglich war an einer preußischen Hochschule einen Abschluss zu erlangen ging sie an die Universität Zürich und wurde dort 1904 wurde sie an der mit einer Arbeit zu Donatello promoviert. Anschließend wurde sie Mitarbeiterin von

Wilhelm von Bode am Kaiser Friedrich-Museum in Berlin. Dort Sie war sie für die Betreuung der Renaissance-Sammlung zuständig. Das Grab von Frida Schottmüller auf dem Alten St. Matthäus Kirchhof existiert nicht mehr. Genau dort, wo es sich befunden hat werden nun die beiden Gedenksteine gesetzt.

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