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Wie Bildung Frauen koloniale Macht verleiht. Feministische Reflexionen über postkoloniale Klassenverhältnisse

Wie Bildung Frauen koloniale Macht verleiht. Feministische Reflexionen über postkoloniale Klassenverhältnisse
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Die Postkolonie Dakar, die Hauptstadt von Senegal, ist eine starre, duale Welt. Eine, in der es fixe Tarife und fixe Mieten gibt, in der Wohnorte nach Einkommensklassen und Bildungsgraden geordnet sind. Auf der einen Seite gibt es die alten Schwarzen Arbeiter*innenviertel, auf der anderen die Mittelklasse-Viertel im Stil der Toubabs, der Kolonisatoren, der Westler, der Weißen. Diese eng aneinander liegenden, jedoch klar voneinander abgegrenzten Viertel spalten Dakar radikal entzwei. Baobab und Grand Dakar etwa trennt nur eine Straße. Sie repräsentiert eine soziale Grenze. Sie zu überschreiten ist nicht natürlich, sondern passiert nur in Ausnahmefällen. Die Aneignung formaler Bildung wird in der Postkolonie oft als Überschreitung dieser Grenze gedacht. An dieser Idee anknüpfend blickte Celine in ihrem Forschungsprojekt auf die Nicht-/ Grenzüberschreitungen Schwarzer Frauen in Dakar, die sich auf den Weg in formalisierte Karrieren machen. Was verändert sich? Auf welcher Seite der postkolonialen Grenze finden sie sich wieder? Ihre Erfahrungen verweisen auf die rassifizierende Gewalt der Bildung sowie auf die Komplizenschaft gebildeter Frauen mit der kolonialen Macht in Dakar, Berlin und Dazwischen. Was bedeutet das für das Projekt eines transnationalen Feminismus? Céline wird aus ihrem Buch lesen und mit dem Publikum ins Gespräch darüber kommen, welche Bildung wir angesichts ihrer Thesen aus linker emanzipatorischer Perspektive für die Zukunft wollen. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Salon Bildung“, einem öffentlichen Format, das in der Tradition politischer Salons steht. Auf den Veranstaltungen diskutieren wir zu aktuellen Themen der emanzipatorischen Bildung. Wir laden Menschen ein, die etwas Spannendes zu sagen haben, und diskutieren anschließend gemeinsam ihre Positionen. In angenehmer und geselliger Atmosphäre lassen wir den Abend ausklingen. Mit: Céline Barry (Soziologin; ehemalige Promotionsstipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung; forscht zu Arbeit, Wut und Hoffnung in postkolonialen Zusammenhängen; Antidiskriminierungsberaterin und Projektleiterin für das Projekt EACH ONE für Schwarze, Afrikanische und Afrodiasporische Menschen bei EOTO e.V.; seit vielen Jahren in antirassistischen und feministischen Initiativen aktiv, z.B. Berlin Muslim Feminists, Berliner Kampagne Ban! Racial Profiling – Gefährliche Orte abschaffen, und im Entstehen: „klasse verhandelt“ – für eine diskriminierungskritische Prozessbeobachtung in Arbeitsgerichten)

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