Ausstellung/Museen

Begegnungen. Außereuropäisches Kunsthandwerk im Bestand des Kunstgewerbemuseums

Seit Juni 2022 gibt es innerhalb des Rundgangs durch die Dauerausstellung des Kunstgewerbemuseums eine neue Intervention. In einer kleinen Neupräsentation zwischen der Barock- und Rokokoabteilung sind rund 50 Exponate zu sehen, die bislang in den Depots des Museums schlummerten: Fein ziselierte Bronzen aus Vorderasien sowie Porzellane, gläserne „snuffbottles“ (Schnupftabakflakons) und Metallobjekte aus China.

Das Kunstgewerbemuseum als Mustersammlung und Impulsgeber

In der Anfangszeit des 1867/68 gegründeten Museums wurde nicht nur europäisches, sondern auch außereuropäisches Kunsthandwerk gesammelt. Das Museum verstand sich als Impulsgeber für die zeitgenössische Gestaltung. 1881 erhielten das Kunstgewerbemuseum, die dazugehörige Kunstgewerbeschule und die Bibliothek einen repräsentativen Neubau (der heutige Gropius Bau). Rund um den zentralen Lichthof waren die reichen Bestände untergebracht. Im Erdgeschoss wurden die Möbel nach Stilepochen gezeigt. Im Obergeschoss folgte die Präsentation den verschiedenen Materialgruppen, darunter auch Kunsthandwerk aus Vorder- und Ostasien.

Im 20. Jahrhundert wurden die meisten außereuropäischen Objekte an andere Häuser abgegeben, zum Beispiel an das Museum für Asiatische Kunst und das Museum für Islamische Kunst. Einiges hat sich aber bis heute im Bestand des Kunstgewerbemuseums erhalten und wird nun in einer Auswahl gezeigt. 

Vorderasiatische und venezianische Bronzen

Metallarbeiten aus dem Nahen und Mittleren Osten waren in Europa seit dem Mittelalter hoch begehrte Güter. Oftmals beeinflussten sie die Gestaltung europäischer Erzeugnisse, insbesondere in der Handelsstadt Venedig. Seit dem 19. Jahrhundert wurden vorderasiatische Gefäße auch eigens für den europäischen Markt gefertigt.

Chinesisches Kunsthandwerk: Sammlung Max von Brandt

Der preußische Gesandte in Beijing (Peking), Max von Brandt (1835–1920), trug in den 1870er Jahren seine umfangreiche Sammlung chinesischen Kunsthandwerks direkt vor Ort zusammen und verkaufte sie auf Vermittlung des damaligen Direktors des Berliner Kunstgewerbemuseums, Julius Lessing (1843–1908), dem preußischen Staat. Große Teile daraus gingen an das Kunstgewerbemuseum. Jugendstilkünstler ließen sich von den ostasiatischen Artefakten inspirieren: So kam der lothringische Art Nouveau-Gestalter Emile Gallé (1846–1904) im Jahr 1885 eigens ins Berliner Kunstgewerbemuseum, um die chinesischen Glasobjekte aus der Sammlung Brandt zu studieren.

Exportporzellan aus China: Sammlung Sophie Eltzbacher

Die Bankiersgattin Sophie Eltzbacher (1845-1900) legte in Amsterdam eine bedeutende, etwa 90 Objekte umfassende Sammlung von chinesischen Exportporzellanen an und vermachte diese testamentarisch dem Kunstgewerbemuseum in Berlin. Ihr besonderes Sammelinteresse galt den Porzellanen mit Dekoren in Kupferstichmanier (sog. „encre de Chine“-Porzellane), die europäischen Stichvorlagen folgten und bereits im 18. Jahrhundert durch die „Ostindischen Handelskompagnien“ in den Westen verschifft worden waren. 

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