Ausstellung/Museen

Kimsooja – (Un)Folding Bottari

Auf Einladung des Museums für Asiatische Kunst hat die Künstlerin Kimsooja gemeinsam mit der Gastkuratorin Keumhwa Kim eine Abfolge von Sammlungsinterventionen entwickelt. Die Ausstellung ist Auftakt einer Serie neuer Ausstellungsprojekte, die das Humboldt Forum als Ort zeitgenössischer künstlerischer und gesellschaftlicher Debatten markiert. Sie präsentiert 14 Werke und Werkgruppen der aus Korea stammenden, international ausstellenden Künstlerin, die sich in medialer Vielgestaltigkeit in den Ausstellungen des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums im Humboldt Forum entfalten. Ältere und eigens für die Ausstellung neu entstandene Werke verbinden sich assoziativ mit den historischen Objekten in den Galerien der Museen, regen Dialoge an und setzen Sammlungen und ihre Themen in ein Verhältnis zur Gegenwart.

Schon im Außenraum vor dem Humboldt Forum verweist ein im Farbschema des koreanischen obangsaek (Grundfarben, Schwarz und Weiß) bemalter Schiffscontainer auf die Präsentationen im 3. Obergeschoss des Humboldt Forums. „Bottari 1999 – 2019“ repräsentiert gleichzeitig Arbeitsweisen der Konzeptkünstlerin: Aus Alltagsgegenständen leitet sie Kunstwerke (deductive objects) ab, die ihre eigene Erfahrung ebenso spiegeln, wie sie sich zu den verschiedenen Orten und Anlässen in Beziehung setzen.

Bottari, skulpturale Objekte aus farbenreichen Textilien bilden ein charakteristisches Motiv von Kimsooja, sind zugleich Material und Metapher. Sie stehen für schützendes Aufnehmen wie für Entfalten und Darbringen. In Kooperation mit der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen entstand eigens für die Ausstellung eine neue, von Bottari abgeleitete Werkgruppe aus Porzellan. Angelehnt an die Ästhetik von sog. Mondtöpfen (Moon Jars), den koreanischen Vorratsgefäßen aus dem 18. Jahrhundert, adaptierte die Künstlerin historische Technologien, die von den Meißner Keramikern übersetzt wurden. In ihren Arbeiten befasst sich Kimsooja mit der universellen Thematik des Zuhauses, der Migration und der Mobilität. Auf formaler Ebene tangieren ihre Werke auch Fragen der Transzendenz und des wiederholenden Tuns als meditative Praxis.

Verwurzelt in koreanischen Traditionen und mit Medien unterschiedlichster Beschaffenheit arbeitend, verbindet Kimsooja in ihren Installationen, Performances, Skulpturen, Filmen und Fotos persönliche Geschichte mit globalen Themen. Mit einem Minimum an Interventionen und zurückhaltenden Aktionen, die sie als „Kunst des Nicht-Machens“ umschreibt, versucht sie Verborgenes zu enthüllen, das Immaterielle und Ephemere erfahrbar zu machen. Indem sie sich Dinge und Handlungsmuster aneignet, verknüpft sie Räume, Zeiten und kulturelle Praktiken. Ihre Kunstwerke machen in den beiden Museen Verflechtungen sichtbar und bieten sich als Resonanzraum an. Mit ihrem Schaffen stellt die Künstlerin nicht zuletzt die Hierarchisierung des Wissenstransfers von West nach Ost und die Dichotomie zwischen Kunst und Alltag in Frage.

Begleitprogramm

Am 25. Oktober 2023 findet um 17 Uhr in Raum 306 des Humboldt Forums ein Gespräch zwischen Kimsooja und der Kuratorin Keumhwa Kim statt.

Publikation

Ein Begleitheft mit Werkbeschreibungen sowie einem Interview mit der Künstlerin erscheint ca. drei Wochen nach Eröffnung der Ausstellung.

Kuratorisches Team

Keumhwa Kim, Emma Shu-hui Lin, Kerstin Pinther und Uta Rahman-Steinert.



Eine Ausstellung im Rahmen des Kollaborativen Museums (CoMuse) und in Kooperation mit der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen. Die Ausstellung wird unterstützt vom Ministry of Culture, Sports and Tourism of Korea, Korea Arts Management Service, und dem Förderprogramm Fund for Korean Art Abroad. Wir danken KEWENIG, Berlin, und Axel Vervoordt Gallery.

Sonderausstellung in den Galerien des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin, zu sehen in den Räumen 319, 318, 306 und 304 im Humboldt Forum.

Daten & Fakten

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