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Historische Handschriften aus dem Kloster Neuzelle – Zisterzienser auf Papier und Pergament

Kloster Neuzelle zeigt in der Ausstellung „Historische Handschriften“ die ältesten erhaltenen Handschriften aus dem 15. Jahrhundert. Diese einzigartigen geschichtlichen Dokumente lagern seit rund 190 Jahren in der Staatsbibliothek zu Berlin und sind vom 22. Februar – 13. April 2020 in Neuzelle zu sehen. Nach den Hussitenüberfällen zu Beginn des 15. Jahrhunderts waren Konvent, Kloster und Bibliothek in Neuzelle in einem desolaten Zustand. Ein Mühevoller Neubeginn nach 1430 markiert auch den Zeitraum der ersten erhaltenen Handschriften, unter anderem Psalmenkommentare, Theologisches Sammelschriften der Kirchenväter und die Benedikts Regel. Die Präsenz dieser Originale, die Genauigkeit und Kostbarkeit des geschrieben Wortes, lassen eine versunkene Epoche der Region Neuzelle vor dem geistigen Auge des Besucher wiedererstehen. Die lateinischen Texte in der Ausstellung sind umfangreich. Kaum ein Besucher wird sich tatsächlich inhaltlich damit auseinandersetzen können, doch die Ansicht der originalen Dokumente ist beeindruckend und liefert interessante und einmalige Einblicke in diese Zeit. Ein aktives Kloster ohne Bibliothek war und ist undenkbar! Zur Erstausstattung des Klosters Neuzelle im 13. Jahrhundert gehörten Handschriften für den täglichen Gebrauch in der Messe und im Chorgebet, wie zum Beispiel Messbücher, Breviere, Psalterien, Antiphonare, Gesangbücher und ein Martyrologium sowie Handschriften mit Gebeten und Gesängen zu besonderen Anlässen. Mindestens eine vollständige Bibel muss zur Verfügung gestanden haben. Ebenso gehörten wohl auch Handschriften mit einzelnen Büchern der Bibel, inklusive Bibelkommentaren (etwa der Kirchenväter Augustinus, Gregorius und Hieronymus) dazu. Auch mehrere Exemplare der Regel des heiligen Benedikt, die von den Zisterziensern befolgt wurden standen zur Verfügung. Möglicherweise waren dies Schenkungen des Stifters, Heinrich des Erlauchten oder Gaben des Mutterklosters Altenzelle. Von dieser Erstausstattung ist nichts erhalten. Umso beeindruckender sind die Original Handschriften, die in Neuzelle nun zu sehen sind. Der umfangreiche Begleitband „Zisterzienser auf Papier und Pergament“ dokumentiert die Quellen und ihren Weg in die heutige Staatsbibliothek zu Berlin. Er wurde von der Sparkasse Oder-Spree gefördert und ist im Kloster Neuzelle und im Buchhandel erhältlich.

Historische Handschriften aus dem Kloster Neuzelle – Zisterzienser auf Papier und Pergament
Kloster-Neuzelle Historische Handschriften | Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz - Handschriftenabteilung


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