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John Heartfield – Fotografie plus Dynamit

John Heartfield – Fotografie plus Dynamit
John Heartfield, Krieg und Leichen – Die letzte Hoffnung der Reichen, Doppelseite aus der Arbeiter-Illustrierten-Zeitung, 1932, Nr. 18 © The Heartfield Community of Heirs / VG Bild-Kunst, Bonn 2020. Akademie der Künste, Berlin | © The Heartfield Community of Heirs/VG Bild-Kunst, Bonn 2020. AdK, Berlin

Informationen des Veranstalters

Aufgrund der akuten Gefährdungslage durch das Coronavirus hat die Akademie der Künste ab sofort ihre Ausstellungen, Archive, Sammlungen sowie ihre Bibliothek geschlossen. Sämtliche öffentlichen Veranstaltungen sind bis auf Weiteres abgesagt.

Unter dem Titel „Kosmos Heartfield“ zeigt eine virtuelle Ausstellung Fotos, Dokumente und audio-visuelle Zeugnisse aus seinem Leben und Wirken und veranschaulicht das künstlerische Netzwerk, zu dem bedeutende Zeitgenossen wie Bertolt Brecht, George Grosz, Wieland Herzfelde und Erwin Piscator gehörten. Die Präsentation ist seit dem 20. März 2020 unter www.johnheartfield.de zu sehen.

Der umfangreiche grafische Nachlass des Pioniers der Fotomontage gehört zu den international gefragtesten Beständen der Kunstsammlung der Akademie der Künste. In einem Online-Katalog werden unter www.heartfield.adk.de 6.200 Objekte seines grafischen Werkes präsentiert. Neben Originalfotomontagen und Entwürfen für Buchumschläge und Plakate gehören dazu auch Bühnenbilder, Kostümentwürfe sowie Heartfields Materialsammlung.

John Heartfield (1891–1968) war einer der wichtigsten und innovativsten kritischen Künstler seiner Zeit. Seine politischen Fotomontagen wurden zu Ikonen im Kampf gegen den Nationalsozialismus. Bis heute sind sie von europäischem Rang und haben nichts von ihrer Sprengkraft eingebüßt.

Die große Retrospektive „John Heartfield – Fotografie plus Dynamit“, die ab dem 21. März 2020 in der Akademie der Künste am Pariser Platz zu sehen ist, zielt auf Heartfields Konzept, mit den Mitteln der Werbung und der Aufklärung den Kunstkontext zu sprengen.

Grundlage der Schau bildet die jüngst abgeschlossene komplette digitale Erfassung des bildkünstlerischen Nachlasses von John Heartfield, den die Akademie in ihrer Kunstsammlung beherbergt. In zum Teil erstmals gezeigten Arbeiten und Archivdokumenten wird die katalysatorische Wirkung seines Werks und sein internationales Bezugsfeld vorgestellt: Heartfield hatte während seines bewegten, von Verfolgung und Exil geprägten Lebens enge Verbindungen zu zahlreichen Zeitgenossen aus Kunst, Literatur und Theater, darunter George Grosz, Bertolt Brecht, Erwin Piscator und Hannah Höch.

Im Zentrum der Ausstellung steht das Zusammenwirken der Künste von der Buchgestaltung über die Bühnenausstattung bis hin zu Fotografie und Trickfilm. Das in der Akademie überlieferte filmische und akustische Material zu Heartfield, nicht publizierte Interviews, Filmsequenzen und Theaterdokumentationen werden begleitend zur Werkschau medial aufbereitet. Durch ausgewählte Stücke aus der Grafik- und Ostasiatika-Sammlung in Heartfields Nachlass werden bisher unbekannte Inspirationsquellen seiner Arbeitsweise sichtbar.

Im Begleitprogramm ist die aktuelle Bedeutung John Heartfields das Hauptthema. Ein Katalog ist in Vorbereitung und erscheint im Hirmer Verlag. Weitere Ausstellungsstationen sind London und Zwolle.

Eine Ausstellung der Akademie der Künste, Berlin Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes

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