Ausstellung/Museen

Die Demokratie und ihre Adler

Die Demokratie und ihre Adler
© Werkbundarchiv – Museum der Dinge

Informationen des Veranstalters

Welchen Einfluss hatten der Expressionismus und die sachliche Moderne auf die staatliche Ästhetik der ersten deutschen Demokratie? Wie wurde über die Gestaltung nationaler Symbole wie Adler oder Flagge entschieden? Und welches Symbol braucht eine Demokratie heute?

Der Kunsthistoriker und Werkbund-Akteur Edwin Redslob hatte in der Weimarer Republik das Amt des Reichskunstwarts inne. In dieser bis heute einmaligen Funktion versuchte er, Prinzipien moderner Gestaltung und Architektur auf ein nationales Erscheinungsbild zu übertragen, das auf Wappen, Schildern, Geldscheinen, Briefmarken, Urkunden und Siegeln sichtbar werden sollte. Alle staatlichen Symbole sollten neu – im Sinne einer parlamentarischen Demokratie – gestaltet werden und sich vom Kaiserreich abgrenzen.

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge spürt auf der Basis von Edwin Redslobs Nachlass den künstlerischen Entwurfs- und politischen Entscheidungsprozessen nach und hinterfragt dabei deren Grundlagen damals wie heute.

Heute stehen die Nationalflagge und der Bundesadler für eine gesellschaftliche Einheit auf der Basis einer demokratischen Verfassung. Die in der Ausstellung gezeigten historischen Adler-Entwürfe laden zum Vergleichen, Verwerfen und Nachdenken ein und werfen grundsätzliche Fragen über eine staatliche Selbstdarstellung auf.

Welches Symbol braucht eine Demokratie? Die Besucher*innen werden aufgefordert, über ein geeignetes Symbol nachzudenken. Dies eröffnet die Möglichkeit, die Entwürfe als künstlerische Erzeugnisse ihrer Zeit betrachten zu können.

Das Werkbundarchiv – Museum der Dinge zeigt in der Ausstellung u.a. Leihgaben aus dem Nachlass Edwin Redslobs aus dem Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde und dem Germanischen Nationalmuseum Nürnberg.

Einladung zu regelmäßigen Asstellungsgesprächen mit den Kurator*innen:Jeden Donnerstag um 19 Uhr bietet das Werkbundarchiv – Museum der Dinge eine kostenlose Führung (bei regulärem Eintritt) durch die Sonderausstellung an. Bis zu 10 Personen können teilnehmen.

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