Ausstellung/Museen

Shinichi Sawada

Shinichi Sawada
Shinichi Sawada, Ohne Titel, 2012.

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Die Ausstellung im Georg Kolbe Museum zeigt Werke des japanischen Künstlers Shinichi Sawada (geb. 1982), dessen Werk damit zum ersten Mal in Deutschland ausgestellt wird. Seine filigranen keramischen Objekte erinnern an fantastische Tierwesen, üppig dekorierte Gefäße, dämonische Masken, Totems, mittelalterliche Ungeheuer oder präkolumbische Artefakte. Der Künstler arbeitet in einer betreuten Einrichtung für Menschen mit Behinderung in der Präfektur Shiga, westlich von Kyoto, er ist Autist und spricht nur sehr selten. Als Autodidakt und jenseits kunsthistorischer Vorbildung oder akademischen Wissens entwickelt der Künstler in seinem geschützten Rückzugsraum seit fast 20 Jahren Arbeiten von großer Kraft und Schönheit, die in ihrer physischen und emotionalen Präsenz bewegen. Sawadas Werk wurde 2013 auf der 55. Biennale von Venedig vorgestellt, bisher aber immer im Kontext sogenannter „Outsider Art“ oder „Art Brut“ gezeigt. Die Ausstellung ist die erste museale Präsentation seines Werkes in Europa.

Der Künstler arbeitet in Reihen, rund 15 Motive mit anthropomorph zusammengefügten Versatzstücken von Mensch und Tier wechseln sich in kleineren Varianten ab. Seine visionären Traumgebilde sind übersät mit längeren oder kürzeren dornenartigen Auswüchsen, die ihnen eine taktile und gleichzeitig unberührbare Außenhaut verleihen. Die Fragilität eines komplexen Verhältnisses von Innen und Außen, sowie die ornamentale Überfülle macht sie eindrücklich und unverwechselbar. Gleichzeitig öffnen sie zahlreiche Anbindungen an die Auseinandersetzung mit der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts und weisen weit darüber hinaus auf existentiellen Fragen menschlicher Bedingtheit.

Die Ausstellung entsteht als Kooperation des Museum Lothar Fischer in Neumarkt i. d. Oberpfalz, des Georg Kolbe Museums und des Museums Halle Saint Pierre (Paris). Sie wird durch den Hauptstadtkulturfonds gefördert. Zur Ausstellung gibt es einen Katalog mit Texten von Carla Schulz-Hoffmann und Mizue Kobayashi zum Preis von 9 Euro.

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