Bühne/Schauspiel

Kinder der Sonne

„Ihr seid doch alle blind! Macht endlich die Augen auf! Ihr seid betrunken

von euren schönen Gedanken und Worten und ignoriert alles andere.“

Die Temperaturen steigen und steigen. Wer es sich leisten kann, bleibt in gekühlten Räumen. Nur wer draußen arbeiten muss, geht noch hinaus.

Eine Gruppe jüngerer Intellektueller und Künstler lebt abgeschirmt von Hitze und Dürre in ihrer Blase, doch das Auftreten einer Epidemie droht auch in ihren Kreis einzudringen. Ihr kleiner Zirkel, ihre Sorgen und Liebesnöte, ihr Versuch einer Weltflucht in den Traum von einem neuen, idealisierten Menschengeschlecht wird zunehmend durch wütende Arbeiter, geldgierige Hausbesitzer und die eigenen Ängste gestört. Es scheint nicht länger möglich, die Augen vor der herandrängenden Realität zu verschließen. Sehnsucht nach einem besseren Leben prallt auf die harte Realität. Als eine solch aktuell erscheinende Erzählung liest die Regisseurin Laura Linnenbaum zusammen mit dem 3. Jahrgang Schauspiel der UdK Berlin Maxim Gorkis Stück KINDER DER SONNE aus dem Jahr 1905. Während bei Gorki die heraufziehende Revolution das Leben der intellektuellen Mittelschicht aufstörte, so sind die Gründe für gesellschaftliche Unruhen und ausbrechende Krankheiten heute andere – erschütternd und lebensbedrohlich wirken sie immer noch und lassen den Klassiker heute umso aktueller erscheinen.

Regie: Laura Linnenbaum

Bühnenbild: Geoffrey LaRue und Ins Meyer (Studiengang Bühnenbild)

Kostüme: Charlotte Schwärmer (Studiengang Kostümbild)

Musik: Jan Preißler

Dramaturgie: Marion Hirte

Es spielen: Lena Brückner, Constantin Decken, Eva Gerngroß, Tim Otto Göbel, Sofia Iordanskaya, Paul Kutzner, Alois Mai, Alina M’Baye, Lasse Weber

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