Bühne/Schauspiel

Fuck the Facts

Fuck the Facts | Matthias Heyde

Bei früheren Kanzlern hieß es noch moderat: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?“ Heutzutage twittert sich der US-amerikanische Präsident um Kopf und Kragen. Aber selbst die Liberalen werben zur Bundestagswahl mit: „Digital first. Bedenken second“. Häh? Erst twittern, dann nachdenken? Make the internet great again! Willkommen zu „Riders on the Shitstorm“, so der Untertitel des Musiktheaterprojekts von Anna Loll (Text) und Christian Römer (Konzept und Regie) mit Musik von Georg Friedrich Händel. Darin setzt sich das Ensemble mit social bots, staatlichen Cybersheriffs und dem messianischen Glauben an das Web 2.0 pointiert auseinander.

Riders on the Shitstorm. Willkommen im Zeitalter der Selbstermächtigung. Ob Fake, ob Fakt oder Fiktion? Erstmal das smartphone anschalten und twittern, was das Zeug hält. Die fiktive Geschichte spielt (auch) mitten in Berlin. Informiert durch den Fall eines amerikanischen Internetaktivisten, zwischen messianischer Heilserwartung und tribal justice im Global Village. Wir fragen: Wer spricht eigentlich da draußen im privatisierten Internet-Gericht?

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