Der Kaiser von Atlantis
„Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung“ ist eine etwa einstündige Kammeroper von Viktor Ullmann nach einem Libretto von Peter Kien. Beide schrieben das Werk 1943/44 als Häftlinge im Ghetto Theresienstadt. Zu einer Aufführung kam es dort nicht; erst 1975 wurde die Oper in Amsterdam uraufgeführt. Im Mittelpunkt der Parabel steht ein Kaiser, dessen Herrschaft vom Tod selbst boykottiert wird: Aus Protest verweigert dieser seinen Dienst, sodass niemand mehr sterben kann. 1989 inszenierte Winfried Radeke das Werk an der Neuköllner Oper (Foto). Die Musikwissenschaftlerin Heidy Zimmermann hat nun einen Faksimileband herausgegeben, der die erhaltenen Quellen, Entwürfe zu geplanten Bühnenbildern sowie begleitende Essays versammelt. Bei der heutigen Veranstaltung spricht sie mit Winfried Radeke und dem Musikwissenschaftler Albrecht Dümling über Entstehung, Überlieferung und Wirkungsgeschichte der Oper. Gesine Nowakowsky und Andreas Joksch (Gesang) sowie Hans Peter Kirchberg (Klavier) präsentieren zudem Auszüge aus dem Werk.