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Kirill & Friends Berlin Festival: Der Schneesturm Poster
© Vahid Amanpour | general_use

Kirill & Friends Berlin Festival: Der Schneesturm

In Kirill Serebrennikovs Inszenierung wie auch in Vladimir Sorokins Text ist der Schneesturm die eigentliche Hauptfigur. Er hat viele Stimmen, von denen die meisten weiblich sind. Er weist den Weg, manchmal auch in die Versuchung. Er tadelt, tanzt und singt; er zieht sich in die Stille zurück, und er stellt gewichtige Fragen. Er legt eine Kälte über alles und zugleich einen Schleier des Schlafes, dem man sich nicht hingeben darf. Er führt uns in das Zentrum einer blendenden Helligkeit. Whiteout-Bedingungen. Der Horizont verschwindet, und Erde und Himmel verschmelzen zu einem Ganzen. Die Welt, wie wir sie kennen, verschwindet: Ihre Farben und Formen, Wahrzeichen, Kontraste und Konturen lösen sich auf. Wir finden uns inmitten eines unendlich weiten, völlig leeren weißen Raumes wieder und verlieren das Gleichgewicht.

Dieser schwindelerregende Zustand absoluter Desorientierung bestimmt die Atmosphäre von Kirill Serebrennikovs Inszenierung. Ein existenzielles Kabarett, das das Publikum in eine Welt stürzt, die außer Kontrolle gerät.

Wo ist unten, wo ist oben?Wohin soll ich gehen?Warum überhaupt weitermachen?Wie wird es enden?Mit dem Tod oder der Erlösung?

Kirill Serebrennikov: »Schnee. Kleine Pferde. Eine gläserne Pyramide. Der Weg. Unendlichkeit. Verlangen. Sturm. Das Nichts. Traum. Täuschung. Wind. Riesen. Dunkelheit. Zweifel. Gefrorene Zeit. Irrtum. Die verlorene Welt. Zombies. Der Impfstoff. Schicksal. Kampf. Tod. Eisraum. Erlösung?«

19:00 Uhr
Komische Oper im Schillertheater Bismarckstr. 110, 10623 Berlin
https://www.komische-oper-berlin.de