Die sich auflösten
Die sich auflösten
Von Rébecca Déraspe
Emma heißt Emma.
Emma hat ein normales Leben. Einen normalen Lebensgefährten. Eine normale Familie.
Emma ist Mutter, Tochter, Partnerin.
Emma ist nicht zu bemitleiden.
Und doch droht Emma zu ersticken.
Es ist einfach so passiert. Nichts hätte sie darauf vorbereiten können: ein subtiler, unerbittlicher Mechanismus.
Zack!
Der Kreislauf des Lebens verschlingt sie.
Waschen. Spülen. Schleudern.
Und eines Tages trifft Emma eine Entscheidung: Sie verschwindet.
Mit bestechender Schärfe entwirft Rébecca Déraspe eine vielstimmige Erzählung über das leise Anwachsen eines inneren Überlaufens – vom ersten Brodeln bis zum Siedepunkt. Ein ebenso konfrontatives wie poetisches Stück über das freiwillige Verschwinden nicht als Einzelfall, sondern als radikale Reaktion auf gesellschaftliche Zumutungen.