Dominique Horwitz: Jacques Brel im intimen Rahmen
Ende April stand Dominique Horwitz im Renaissance-Theater allein auf der Bühne – und füllte sie mühelos: mit seinem 90-minütigen Solo „Herr Teufel Faust“ nach Goethe. Seit Langem gilt Horwitz als einer der prägnantesten Jacques Brel-Interpreten im deutschsprachigen Raum. Seine Annäherung an die Chansons ist keine Hommage im herkömmlichen Sinne, sondern eine Verwandlung: dramatische Miniaturen, in denen Sprache, Musik und Körper ineinander übergehen. Es geht ihm nicht um Nachahmung, sondern um eine existenzielle Aneignung. Das neue Programm setzt auf radikale Reduktion. Keine Band – nur Horwitz und der Schweizer Pianist Andres Reukauf. Weniger Mittel, mehr Intensität.