Fell und Stahl
Hünd und Snörk kommen ins KunstHaus Potsdam.
Gemeint sind damit die Arbeiten von Jay Gard und
Anna Haifisch, die im Kunsthaus Potsdam erstmals
gemeinsam ausstellen.
Der Bildhauer Jay Gard zeigt zwei seiner
raumgreifenden Metallskulpturen, die den „Schnörkel“
(=Snörk), also das Ornament wesentlich in sich tragen
und Bezüge schaffen zur Kunst und Architektur des
Barock und Rokoko. Anna Haifisch ist Zeichnerin,
Illustratorin und Künstlerin, in ihren häufig im Comic
verhafteten Arbeiten begleiten wir ihre Protagonisten,
häufig Wesen zwischen Mensch und Tier, durch den
(kunstschaffenden) Alltag. In der Ausstellung „Fell und
Stahl“ dreht es sich vor allem um den Hünd, eine
hündische Figur, die an die Windspiele Friederichs II.
Angelehnt ist.
Jay Gard und Anna Haifisch kennen sich seit beinahe
20 Jahren. Sie haben zusammen an der HGB Leipzig
studiert, haben beide in New York gearbeitet,
zusammen gewohnt – aber noch nie gemeinsam
ausgestellt. Die Idee zur Ausstellung kam durch den
gemeinsamen Potsdambezug, der in den Arbeiten
beider zu finden ist: Anna Haifisch hat für die Königliche
Porzellan-Manufaktur die Edition „Friedrichs Hunde“
entwickelt, die die Windspiele des Königs Biche,
Alcmène, Thisbe, Phillis, Arsinoe, Superbe und
Hasenfuß, begraben neben ihrem Besitzer am Fuße des
Schlosses Sanssouci, in ihrem Leben als Königshunde
zeigt. Jay Gard hat sich in einigen Arbeiten mit dem
Schloss und Schlosspark Sanssouci und dem
Baumeister Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff
beschäftigt. Seine Arbeit „Sanssouci“, die vor dem
Eingang der Investitionsbank Brandenburgs in der
Babelsberger Straße im öffentlichen Raum Potsdams
steht, zeigt ein ganzes Repertoire der
Auseinandersetzung mit dem Friderizianischen Rokoko.
Gemeinsam entwickeln sie für „Fell und Stahl“ eine
Kombination aus beiden Bildwelten, die jede für sich
stehend trotzdem im Zusammenspiel gemeinsam
funktionieren. Als gemeinschaftliche Arbeiten
entstehen ein Zine, also eine kleine Publikation, und ein
Mixtape, die das Gemeinsame, aber auch das
Künstler:insein als solches unterstreichen.