Flugversuche
Fliegen heißt, sich in ein fremdes Element zu begeben – in einen Raum mit eigenen Gesetzen, Möglichkeiten und Grenzen. Der Flugversuch steht damit für ein grundlegendes menschliches Begehren: die Bedingungen des eigenen Körpers zu überschreiten, Distanz zur Welt zu gewinnen und eine andere Perspektive einzunehmen. Zwischen utopischem Impuls und materieller Realität wird er zur Metapher künstlerischer Praxis.
Die Ausstellung versteht „Flugversuch“ als künstlerische Strategie. Der Fokus verschiebt sich vom abgeschlossenen Werk hin zum Experiment. Die Arbeiten setzen sich mit gegenwärtigen Bildräumen und deren Konstruktion auseinander – von Animation und interaktiven Systemen bis hin zu Augmented und Virtual Reality.
Damit verbinden sich konkrete künstlerische Fragen: Wie verändert sich Bildlichkeit in Zeiten hybrider Realitäten? Was bedeutet Räumlichkeit, wenn physische und virtuelle Dimensionen verschmelzen? Wie entstehen Bilder unter Bedingungen, die sich permanent verändern? Und wie lässt sich eine eigene Form entwickeln innerhalb technologischer und ästhetischer Vorgaben? Was ist digitale Materialität?
Mit Arbeiten von Jens Isensee, Maja Rohwetter, Marieke Verbiesen und Juliane Zelwies zeigt Flugversuche künstlerische Positionen, die Technologie nicht nur nutzen, sondern ihre Bedingungen reflektieren.
Der Flugversuch bleibt dabei, was er ist: ein offenes Experiment.