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Göksu Kunak

»Double Dribble / Grand Jeté« ist eine performative Lesung, die den Geschichten rund um Basketball im Leben und in der Vorstellungswelt von Göksu Kunak folgt. Zwischen Basketballfeld, Ballettstudio und dem väterlichen Blick von Baba untersucht die Performance, wie Körper durch Technik, Wiederholung und das Gesehenwerden Disziplin erlernen. Ballett erscheint dabei nicht als Ausdruck von Schönheit, sondern als codiertes System der Kontrolle: Ausrichtung, Haltung, Ausdauer, Leichtigkeit und die ständige Anforderung, jede Anstrengung zu verbergen. Basketball und Ballett wirken zunächst wie Gegensätze, offenbaren jedoch nach und nach dieselbe Infrastruktur aus Training, Erschöpfung, Eleganz und Schmerz.

Ausgehend von Roland Barthes und seinen Schriften über Spektakel und Geste versteht die Arbeit Sport und Tanz als theatrale Systeme, die von Regeln und Mythen geprägt sind. Durch verlangsamte Zeit, verstärkte Atemgeräusche und wiederholte Bewegungen macht die Performance jene Gewalt sichtbar, die sich hinter den Idealen von Anmut, Kontrolle und Perfektion verbirgt.

Göksu Kunak lebt in Berlin und arbeitet an den Schnittstellen von Performance, Text, Installation und Bewegtbild. Die in der Türkei geborene, non-binäre Künstler*in verbindet queere und intersektionale Perspektiven mit Referenzen aus Arabesk-Kultur, Körperpolitik und Erinnerung. In Kunaks Arbeiten wird Performance zu einem Ort, an dem gesellschaftliche Choreografien sichtbar werden und sich andere Formen des Begehrens, der Zeitlichkeit und des Zusammenlebens erproben lassen. 2025 wurde Göksu Kunak mit dem »Berliner Kunstpreis« ausgezeichnet.