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Paralleljustiz in der DDR: Die Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit in Neustrelitz

Eingesperrt, schikaniert, gefoltert: Das Ministerium für Staatssicherheit unterhielt 17 Untersuchungshaftanstalten in der DDR. Etwa 30 Jahre lang befanden sich sowohl die Neubrandenburger Bezirksverwaltung der Staatssicherheit als auch die Untersuchungshaftanstalt in Neustrelitz. Und die war etwas Besonderes. Politische Häftlinge kamen hier in die U-Haft, um sie dann vor dem 1. Strafsenat in Neubrandenburg zu verurteilen. Es handelte sich dabei um ehemalige Stasi-Mitarbeiter, Spione im Parteiapparat, Fluchthelfer oder kritische Bürger.



Lutz Friedel kassierte fünf Monate U-Haft in Neustrelitz und dann drei Jahre Knast. Grund: Nach der Biermann-Ausbürgerung 1976 hatte er in Neustrelitz elf Protestlosungen an Häuser und Bahnunterführungen angebracht. Harald Lehmann hatte als Bausoldat seinen Ersatzdienst zur Nationalen Volksarmee geleistet und auf einem Kontrollrundgang Munition in einer Schublade gefunden, ohne dies sofort zu melden. Er wurde wegen Spionage, Terror, Fahnenflucht und Diebstahl zu sechs Jahren Haft verurteilt und kam dann in das berüchtigte Haftarbeitslager X.



Der Historiker Christian Halbrock hat jetzt ein Buch über Neustrelitz als ein System hinter dem DDR-Machtapparat geschrieben. Es geht um Schicksale, Justizwillkür und die Abwehrarbeit der Staatssicherheit mit oft unfassbaren Folgen für Betroffene.



 



TEILNEHMER



Dr. Christian Halbrock Buchautor



Lutz Friedel ehem. Häftling, Zeitzeuge



Harald Lehmann ehem. Häftling, Zeitzeuge



MODERATION



Peter Grimm Journalist



 



Eintritt frei



 

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