Berlin Forum on Global Cooperation 2026: Energiezusammenarbeit vs. Energiedominanz – Partnerschaften für einen gemeinsamen Wandel
Infolge des Krieges gegen den Iran ist die Straße von Hormus de facto gesperrt. Etwa 20 bis 30 Prozent der weltweiten Ölversorgung und 20 bis 25 Prozent der weltweiten Gasversorgung auf dem Seeweg sind unterbrochen – die „größte Versorgungsunterbrechung in der Geschichte des globalen Ölmarktes“ (IEA).
Energie ist zu einem globalen Schauplatz harter Auseinandersetzungen geworden. US-Präsident Donald Trump hat die „amerikanische Energiedominanz“ zu seinem vorrangigen Ziel erklärt. Unter seiner Führung setzt die Vereinigten Staaten verstärkt auf fossile Energieträger und nutzt ihre enorme politische und wirtschaftliche Macht, um andere Länder zum Kauf von US-Öl und -Gas zu drängen. Zugleich versucht sie, Fortschritte bei sauberen Energien zu behindern, internationale Abkommen zu torpedieren und internationale Entwicklungsfinanzierungsinstitutionen unter Druck zu setzen, die Finanzierung fossiler Energien wieder aufzunehmen.
China hingegen hat eine technologische Führungsrolle bei sauberen Technologien erlangt – zunächst langsam, dann sehr schnell. Obwohl das Land weiterhin widersprüchliche Signale in Bezug auf die Dekarbonisierung sendet, nutzte es ein Zeitfenster: Chinesische Unternehmen bauten massive Produktionskapazitäten auf, die die Kosten sauberer Technologien drastisch senkten und eine „Elektrotech-Revolution“ nicht nur im Inland, sondern auch international einleiteten.
Europa steht nun vor der Herausforderung, seine heimische Industrie zu schützen und seinen Schwerpunkt auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowohl in seiner inneren Energiestrategie als auch in seinen internationalen Beziehungen zu bekräftigen. Nicht fossile Dominanz, sondern nachhaltige Energiekooperation ist das erklärte Ziel zahlreicher bilateraler und plurilateraler Partnerschaften wie der hochrangigen Just Energy Transition Partnerships. Wie wird Europa dieser Herausforderung begegnen?
Regierungen in Afrika, Asien und Lateinamerika treffen ihre energiepolitischen Entscheidungen im Spannungsfeld von Energiezugang, industrieller Entwicklung und Energiesicherheit. Die Richtung, die sie einschlagen, wird entscheidend für die Erreichung der globalen Klimaziele sein. Wie navigieren Länder des Globalen Südens durch diese konkurrierenden Anforderungen, während sie zugleich Entwicklungsgewinne maximieren, lokale Wertschöpfung sichern und Arbeitsplätze schaffen? Wie kann Europa an ihren Prioritäten anknüpfen? Und welche Rolle könnten transformative Partnerschaften zum gegenseitigen Nutzen zwischen Ländern des Globalen Südens und Europa spielen?
Wie diese Fragen beantwortet werden, wird unsere gemeinsame Zukunft bestimmen. Mehr denn je bleibt Energie ein umkämpftes Terrain. Vor diesem Hintergrund wird das Berlin Forum on Global Cooperation 2026 die Spannungen rund um Energiestrategien und die kooperativen Partnerschaften diskutieren, die für eine prosperierende Zukunft notwendig sind.