Only Fans – Der Trash-TV-Salon: Schadenfreude und Spektakel
Trash-TV erscheint oft als ziemlich junges Phänomen: als grelle Fernsehpflanze der Gegenwart, mit Spraytan, Streitlust und Sendungsbewusstsein. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt schnell: Viele seiner Wesenszüge sah man im TV schon lange, bevor irgendjemand von „Reality” sprach. Schon früh ließ das Fernsehen Menschen gegeneinander antreten, sich blamieren, triumphieren, leiden, posieren – und das Publikum genüsslich dabei zusehen. Mit DT-Ensemblemitglied Ulrich Matthes unternimmt Anja Rützel eine kleine Archäologie-Reise zu den Trash-Vorstufen. Gemeinsam blicken sie auf ältere Fernsehunterhaltungsformate, in denen bereits erstaunlich viel von dem angelegt war, was später als Trash-TV Karriere machen sollte: Wettbewerb, Spektakel, Affekt, Schadenfreude und die eigentümliche Würde des kontrollierten Kontrollverlusts. Ein Abend über die Vorgeschichte der Eskalation und die Frage, ob manches früher vielleicht nicht besser, sondern nur anders ausgeleuchtet war.