Katharina Thalbach liest: Kästners Berlin
Erich Kästner verschlug es 1927 nach Berlin. Nach seiner Entlassung als Redakteur begann in der Hauptstadt sein kometenhafter Aufstieg als Autor. Seine Gedichtbände wurden ebenso euphorisch besprochen wie der Roman „Fabian“ (1931) oder das Kinderbuch „Emil und die Detektive“ (1929), das ein Jahr später auch als filmische Adaption großen Erfolg hatte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten befanden sich auch seine Bücher unter denen, die das Regime am 10. Mai 1933 auf dem Bebelplatz verbrennen ließ. Im Gegensatz zu vielen regimekritischen Kolleg:innen emigrierte Kästner jedoch nicht. Er ging in die sogenannte „innere Emigration“ und publizierte unter Pseudonym. Nach „Käsebier erobert den Kurfürstendamm“ und „Gilgi – eine von uns“ setzt Katharina Thalbach ihre szenischen Lesungen mit Auszügen aus Werken der Weimarer Zeit fort.