Kunst

Am Ende der Welt steht ein Wald aus Stein

Die Bilder von Jens Schubert offenbaren dunkle Welten, Szenarien und Stimmungen. Sie erzählen von alten Geschichten, berühren Dinge, die im Verborgenen liegen, beschreiben Figuren, welche aus dem Schatten treten. Das alles erscheint im ersten Moment merkwürdig vertraut und bleibt doch fremd und neu. Jens Schubert interessiert sich für die unterschiedlichen Erscheinungen, Ausformungen und Abbilder von Symbolen, Zeichen sowie archetypischen Figuren als Träger von Geschichte und geheimem Wissen – nicht nur zwischen unterschiedlichen Kulturen, sondern auch zwischen Genera­tionen. Dabei bearbeitet er ein weites Feld: Von der Naturzur Hoch- und Popkultur, von Architektur, Design und Mode bis hin zu Zeichentrick­filmen, Comics, Computerspielen und Fantasy. In seinen Werken sammelt, kombiniert oder variiert Schubert diese Symbole und entwickelt daraus eigene Darstellungen oder leitet neue Figuren aus ihnen ab. Die Arbeiten schöpfen ihre Kraft aus einem Spiel mit unterbewussten Analogien, latenter Erinnerung und emotionalen Reflexen. Am Ende der Welt steht ein Wald aus Stein ist ein neuer, für das Gutshaus Steglitz entstandener Zyklus von mehr als 30 Werken. In ihnen setzt sich der Künstler nicht nur inhaltlich mit der Erscheinung der Welt auseinander, sondern auch formal. Aus der Verbindung von Zeichnung und einem darunter liegenden Siebdruckraster aus roten, grünen und blauen Streifen wird die Wahrnehmung von Farbe, Räumlichkeit und optischer „Bewegtheit“ untersucht. Die Bilder verändern sich, je nach Standpunkt, Licht und Blickwinkel. Es scheint keinen absoluten Punkt zu geben, von dem aussie ihre „wahre“ Gestalt zeigen. Zur Ausstellung erscheint ein Künstlerbuch im Lubok-Verlag, Leipzig.

Am Ende der Welt steht ein Wald aus Stein
Jens Schubert - Schnee fiel weit ins Tal, 2019 | Foto: Paula Gehrmann

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